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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 461

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 461)
Language
German
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IRI
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65 (Wien, 1745, März, 24.) Fernere Relation von Mittwoch, dem 20. Adar II 505. In Sachen der Angelegenheit ist bisher alles unternommen worden, was zu tun möglich. Die Hauptsache, daß am vergangenen Sonntag die Königin nach Schönbrunn »geritten ist und dort haben ihr aufgewartet der greise R. Wolf Liechtenstadt, R. Herzke Pisk, R. Sanwil Koref. Wie die Königin, i. E. w. e., gekommen ist, sind alle auf die Knie gefallen und eine Supplik in den Händen gehabt; «sie haben alle gleichzeitig unter bitteren Trännen und heftigem Weinen gebeten, so daß endlich die Königin, i. E. w. e., gnädig anbefohlen hat, dem Fürsten Auersperg, er soll das Memorial von ihnen nehmen, welcher dabei zu ihnen gesagt hat, lamentirt nicht, gebt Euch zu Ruh. Am Montag sind sie zu diesem Fürsten gegangen und gefragt, was mit diesem Memorial geschehe, er antwortete ihnen, es werde in die Hand des Herrn Kabinettssekretarii von Koch kommen, nun haben sie auch bei diesem angefragt, und er antwortete ihnen, die Königin, i. E. w. e., wäre jetzt sehr okkupiert mit der Abreise, also wird jetzt nichts zu tun sein. Man hat nicht ermangelt den erwähnten Fürsten zu bitten, auch bei der Königin, i. E. w. e., sich im Interesse der Gesammtheit zu verwenden, so er auch zu tun versprochen, Gott wende es zum Guten. Die Königin, i. E. w. e., ist gestern nachmittags nach Zell abgereist und wird am kommenden Sabbat wieder hier eintreffen. Man hat auch nicht ermangelt beim kurmainzischen Gesandten Baron von Ertal Instanz zu machen, der auch bei verschiedene Ministers intercessionirt und bessere Antworten bekommen wie Andere, man muß nun die Zeit abwarten, bis die Königin, i. E. w. e., kommt. Bis dahin möge Gott ihr Herz wenden zum Guten der Gesammtheit. Das Reskript, was nach Böhmen ergangen, in puncto der Prolongation, haben wir leider zur Zeit auch hier in Kopie gesehen und ist auch zu praesumiren, daß man hier so gar unvermögend ist, solches nicht erfahren zu können. Folgt nun hiebei Abschrift, was 25. Feber nach Mähren ergangen. An dem fleißigen Urgiren fehlt es hier nicht. Ist aber zu bedauern, daß so schlechten Ingreß findet. Bei alledem tut ein jeder täglieh, was er kann, nach der ihm obliegenden Pflicht seinen Fleiß anzuwenden. Herr Koch ist nicht mitgegangen, daher sucht man inzwischen, fleißig durch Vornehme zu urgiren, ist zu bedauern, daß Baron Agilar wiederum an Podagra inkommodirt ist und in dieser Angelegenheit nicht assistiren kann. Indessen wird man sehen, was (möglich ist bei diesem zu richten und hofft man von Leipzig auf einen Monat wieder Dilation zu bekommen, Gott gebe, daß es zum Guten sei. Daß mein Herr Vater und Lehrer, e. 1., von Graf Loß verstanden, es dependirt alles von der Königin, i. E. w. e., das ist wahr und ist ums leider bekannt, daß die Königin, i. E. w. e., niemandem folgen will, und bei ihrer Absicht verharrt. Mithin was mein Herr Vater und Lehrer, e. 1., für klare Beweise bringt, es haben alle Regierungen von früher her Juden toleriert, dieses hat man alles remonetrirt, doch die Königin, i. E. w. e., sagt, es ist alles recht, sie will keine leiden, also auf diesem Postament die Fürsprache schlecht fundiert wäre, denn sie ist jetzt Landesfürstin und hat nach ihrem Willen zu disponiren. In diesem Augenblick bei Abgang der Post schickt mir R. Wolf Lasch150 Originalbrief, der aus der heiligen Gemeinde Amsterdam an die Gemeinde hier, d. G. 1. gekommen. Also habe ich solches in Eile buchstabengetreu abgeschrieben. Geh und lies es! 66 (Wien, 1745, März, 24.) Fernere Relation vom heiligen Sabbat, am Sonntag, d. 20. Adar II 505. Aus Ihrem Briefe habe ich ersehen, was von Rom her ergangen und auf welche Weise solches bewirkt worden. Es ist aber bis jetzt solches zurückgehalten, bis unserer Herrin, die Königin, i. E. w. e., Vorgang vorbei, so morgen, s. G. w. mit Zelebrierung einer Illumination geschieht. Hernach wird sowohl dieses Interzessionschreiben überreicht werden in die Hand unserer Herrin der Königin, i. E. w. e., höchstselbst als auch die andere Gesandte werden ihre Fürsprachen nachdrücklich reassumiren. Gott gebe ihnen Gunst und Gnade. Die erhaltene Dilation bis ultimo dieses hat unsere Herrin, die Königin, i. E. w. e,, längst resolvirt in Erwägung der Kälte. Allein Herr Graf Rinsky hat solches bis zur letzten Stunde hinter halten. Man zweifelt auch nicht, noch einen Monat Dilation 450 98

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