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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 458

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 458)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644307--1917-2646261
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Abend Okasion gehabt, in einer andern Affäre, die meinem Herrn Vater und Lehrer, e. 1., bekannt, bei dem Herrn Kabinettsekretär von Koch zu kommen und hernach, nachdem ich in meiner Angelegenheit mit ihm diskurirt, hat er begehrt, ich solle die Türe seines Zimmers zumachen und mich gefragt wegen der Juden in Böhmen und Mähren. Darauf habe ich ihm umständlich remonstrirt und um sein Herz zu erweichen alle beweglichste Impressiones gemacht; ihm dabei gesagt, daß die Präger Abgesandten den Grafen Kinsky fleißig angehen, welche auch bei ihm ihre untertänigste Aufwartung gemacht und von dessen Dexterität in Gnade als königlicher Kabinettssekretär sich viel Gutes vertrösten. Es ist unglaublich, was ich dem erwähnten Herrn in dieser Sache beigebracht, er aber solches als eine Flaterie aufgenommen und sich mir gegenüber entschuldigt, daß er diesfalls wenig oder gar nichts tun könnte; es wunderte ihm aber, daß ich nicht den Herrn Grafen Kinsky angehen täte, da in dem Gewissen ich es schuldig wäre behilflich zu sein. Ich aber habe mich entschuldigt, daß nicht gerne mich hineindrängen will zwischen die großen Berge, auch mir nicht zukommen will in dergleichen sehr importante Sollizitatur, wo viele tausende Menschen daran gelegen, mich zu interponiren, weilen ich aber ohnedies die Gnade genieße mit ihm zu sprechen, so bitte zum Besten der Gesammtheit beizustehen, er mir sagte, ich wäre in meiner heiligen Schrift schuldig, für meine Nächsten zu bitten, welches daher erlaubt ist, mir auch versprochen, wann etwas vor ihn komme, sollte, alles Gute zu tun. Ich habe ihm auch klar doziert, wie schädlich diese Emigration der Königin, i. E. w. e., ist in denen Revenuen, welches er in Konsideration zu ziehen mir versprechen. Der Fürst Lobkowitz ist noch nicht hier, ebenso Herr Pallavicini, allein des Ersteren Intercession glaube wird von keiner sonderlichen Wirkung sein, indem dieser berufen worden, seine Kommanderie in 7 Bergen anzutreten. Was soll man auf dergleichen Rekommandazions für Staat machen, wann von allen königlichen Höfen, i. E. w. e., sind die nachdrücklichste Schreiben eingelaufen (wie in der jüngste F. f. [Frankfurter] Zeitung exprimirt ist, wo der König von Dänemark, s. E. w. e., der Königin, i. E. w. e., geschrieben, welche voll Zurechtweisung ist, der Inhalt ist wie mein Herr Vater und Lehrer, e. 1., in seinem Briefe gemeldet) und hat alles bisher leider nichts verfangen wollen. „Wenn in die Zedern die Flamme fällt" u.s.w. Die Präger sind gestern wie täglich bei dem Grafen Kinsky mit Lamentiren angegangen und gebeten, da nur noch 14 Tage Zeit wäre, also möcht ihr Excellenz ihnen doch sagen, ob Gnade zu hoffen ist, dann widrigenfalls wären sie in der Gefahr in der letzten Stunde praeeipitirt zu werden, mithin wollen lieber beizeiten nachhause gehen und sich vorbereiten, darauf hat der Herr Kanzler ihnen gesagt, sie sollten noch einige Tage hier gedulden, man wird sehen, was zu tun ist. Soviel will man vorläufig glauben, daß gute Hoffnung ist, daß das Land Böhmen und Mähren wird bleiben, aber für die Gemeinde Prag ist keine Hoffnung außer von der Gnade des Höchsten muß alles zum Guten geändert werden, in das Herz der Königin, i. E. w. e., und ihrer Fürsten Barmherzigkeit zu geben, der Gesammtheit Gutes zu tun. Ich habe auch dem Herrn Koch speeifice dozirt, daß die Vertreibung in den 2 Provinzen jährlich über 6 Millionen fl der Kaiserin schädlich sei, welches er mit Attention angehört. Die Vertreibung aus Mähren ist bisher nicht publizirt worden, welches man hier veranstalt, daß solches bis jetzt in supecto geblieben, folglich hievon keine Abschrift schicken kann. Gott gebe, daß es nicht ans Tageslicht komme. Ebenso ist unmöglich von den eingelaufenen Intercessiones Abschriften zu schaffen; die verlangten Adressen aber sollen mit der nächsten Post wunschgemäß folgen. 62 M. Gr. H. Am Rüsttage des heiligen Sabbat, den 8. Adar II 505.147 (Amsterdam, 1745, März 12.) Euere lauteren Worte vom Ausgange des heiligen Sabbat den 26. Adar I, die ausgegangen vom Berge der Güte und lagerten in Süße,147* sie erleuchteten unser Antlitz und wiesen uns den Weg zur Gerechtigkeit. Und in Wahrheit ob des großen Schmerzes wurden wir 95 447

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