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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 457

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 457)
Language
German
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IRI
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gesund und wird sehen, künftige Woche mit dem Großherzog nachdrücklich zu reden. Gott wende es zum Guten der Gesammtheit. Daß dem Sohne des R. Jonathan145 nach Dresden gemeldet worden, das Verhängnis wäre aufgehoben, in der Tat aber nichts daran ist, hast Du richtig beurteilt und zeigt die Experienz, was buchstäblich jede Post für Befehle nach Mähren gehen, daß die Herrschaften sollen ihre Juden anhalten, ihre Schulden zu zahlen, damit keine Verzögerung in der Sache am festgesetzten Termine eintrete. Es werden sogar die Juden befragt, was sie für Absicht haben, wohin sie zu seiner Zeit ziehen wollen. Die Herrschaften in ganz Mähren sind über die Vertreibung sehr empfindlich und wenn es mit Geld zu redressiren wäre, wollte jeder dazu kontribuiren; somit ist bis jetzt noch sehr schlechte Oferans, das Verhängnis aufzuheben, man unterläßt deswegen nichts und tut noch wie zu Beginn das Seinige in allem, wo man etwas tun kann. Daß man Gräfin Fiksin146 angehen soll, bitte mir zu glauben, daß dies mehr als gebührlich geschehen ist, ebenso den Herrn Bartenstein,1*6* den man tagtäglich überläuft, auch Zeichen und Wahrzeichen haben, daß er nach seinem Vermögen mit der Königin, i. E. w. e., gesprochen. Er ist aber so wenig wie andere in Stand gewesen, bis jetzt etwas zu erwirken. Es läßt sich nicht schreiben, wie übel leider der Zorn der Königin, i. E. w. e., überhand genommen. Man muß nun noch das Beste hoffen und nichts unterlassen. (Wien, 1745, März 12.) Fernere Relation von Mittwoch, 8.Adar I. 505. Belangt die in seinem w. Schreiben allegierten Interzessionen sind von verschiedenen Seiten eingelaufen, auch überreicht und mündlich mit allem möglichen Nachdruck demiliare reccommandirt worden, doch das alles ist nichts wert, im Geringsten etwas zum Besten der Gesammtheit ad effectum zu bringen, man hat nichts unterlassen, auf jede wirksame Art zu sollizitieren, besonders mit dem Herrn Großherzog, s. E. w. e., und dem Prinzen Karl, s. E. w. e., gesprochen und gestern haben die Abgesandten von Prag wiederum den beiden Herren aufgewartet und mit lamentablen Nachdruck und bitteren Tränen mit ihnen gesprochen, welche standgehalten, ihnen ausgehört, aber nicht ein kleines Wort ihnen zur Antwort gegeben. In summa ist leider fast alle Hoffnung verloschen. Bei Gott ist die Hilfe. Es ist nun bekannt, daß ich bereits vor einigen Jahren Okkasion bekommen beim Prinzen Karl, s. E. w. e., Entree zu haben, welchen Kanal ich nun auch passiert, um eine Prob zu machen, ob nicht dadurch etwas effektuiren könnte, wovon soviel profitirt, daß der erwähnte Herr projektirt, die Königin, unsere Herrin, i. E. w. e., möchte den Juden Gnade tun und nur das Lumpengesindel ausschaffen. Dagegen sollen die bleibenden Juden in Böhmen die dort befindliche Armee 6 Wochen verpflegen und ebenso die Juden in Mähren die in Vorderschlesien stehende Armee. Hernach sollte jeder 1 Dukaten Kopfgeld geben, die aber außerstande sind, dieses zu geben, sollen die Reichen für sie geben müssen. Und dieses sollte die Strafe sein von den Juden. Allein man hat auch Nachricht, daß dieses wirklich der Königin, i. E. w. e., proponirt, aber von ihr rund verworfen worden. Man tendirt jetzt nichts in puncto des Landes Böhmen oder Mähren, nur wann nur mit Prag gehoben wäre, denn der Tag ist kurz, hernach laßt sich weiter urgiren. Der vornehme, mächtige Baron Agilar ist jetzt einige Tage auf dem Schmerzenslager mit Podagra, daß man mit ihm nicht, wann man will, sprechen kann auch ständig Besuche bei ihm, daß in dergleichen Angelegenheit nicht zu reden ist. Obzwar bei ihm keine Ankuragierung nötig und was er zum Besten der Allgemeinheit kontribuiren können, er mehr als nach seinem Vermögen hat getan und auch in Zukunft nicht unterlassen wird. Jedoch sind alle Prozeduren ohne Effekt, die Vornehmen sind alle gleich gutgesinnt, aber nicht Einer von ihnen ist imstande, etwas zu erwirken. Und hat man indirekte Nachricht, daß Prinz Karl sein obiges Projekt wirklich vorgenommen, aber platterdings verworfen, mithin zu erkennen ist, daß es noch nicht an deme die Besserung oder Redressirung durch den Geldbeutel zu schaffen. Mithin alle Gaben, die bis jetzt etwa von anderen Orten kommen werden, noch nicht zum Hauptwerk zu gebrauchen sind; wir haben nur den Mund. Soviel hat man vernommen, daß gestern eine Zusammenkunft beschehen und angesehene Vornehme sich versammelt haben und in Sachen der Vertreibung deliberirt, was aber zwischen ihnen geschlossen, ist bisher nicht eklat. Für den Einsichtigen genügts; das Feld dient dem Schweigen. Ich habe auch Montag gegen 94

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