Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 456)
- Language
- German
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Partikulares dort zugetragen, wird sicher schon hin avisirt sein worden. Diese Wochen sind die Landesvorsteher aus Mähren hiergewesen, aber absichtlich nicht in die Stadt kommen, nur der Landesrabbiner, s. L. 1., ist zu ihnen hinausgefahren und hat mit ihnen direkt gesprochen. Von Proßnitz sind die Gemeindevorsteher hier, weil der Befehl nach Mähren ergangen, alle Herrschaften sollen machen, daß die Juden ihre Schulden zahlen, die Gemeinde Proßnitz ist nun 3000 fl schuldig und da wird sie bedrängt, indem ihr Fürst zu dieser Anleihe seinen Konsens gegeben, alle sollen sie das Geld augenblicklich abführen. Mithin wollen sie hier um Erstreckung der Frist sollizitiren. Es scheint leider alle Umstand nach, daß sowohl Böhmen als Mähren nichts richten werden. Die Zeit möge uns Gutes berichten. 60 (Wien, 1745, März, 10.) Fernere Relation van Mittwoch, 6. Adar II 505, Wien. Zufolge meiner jüngsten finde wirklich nichts Sonderliches, nur selbe nach jeder Richtung: zu konfirmiren und wird aus dem heutigen hiesigen die Bestätigung abzunehmen sein, die Konfirmation von der angenehme Prolongation für die aus Prag Vertriebenen, daß solches aus Barmherzigkeit geschehen, weil die Kälten excessiv waren. Aber nach diesem Monat will man, daß kein Jude mehr dort anzutreffen sei. Nun hat man zwar bis jetzt, wie ich mehrmals geschrieben, nichts unterlassen, Gnade zu erhalten, wie auch der Großherzog, s. E. w. e., und sein Bruder Prinz Karl, s. E. w. e., sich im Interesse der Gesammtheit viel Mühe gegeben, ebenso sind die meisten Vornehmen zu unseren Gunsten geneigt, es ist aber bei alledem nichts auszurichten. Daß man hier vor der Zeit von der Prolongation nicht soll gewußt haben, ist nicht so, nur es hat damals so wenig Freude verursacht wie jetzt, da es wirklich ist, indem diese wenige Dilation mehr zum Bösen als zum Guten zu nehmen ist, denn in kein Geschäft darf sich keiner einlassen, sowohl in Prag als in der Provinz. Mithin die wenigen übrigen Kräfte werden in Kummer unter Seufzen verzehrt und zum Schluß muß man doch weg, denn es ist sowohl im Lande Böhmen als auch Mähren keine Hoffnung zu bleiben und selbstverständlich nicht in Prag. Es könnte sein, daß man vielleicht noch einen Monat Prolongation für Prag erhalten dürfte; aber all das hat keinen Wert für uns. Und dies zur Kenntnis, von den Herren Staaten von Holland ist gestern noch eine Interzession gekommen, die aber diese Woche nicht überreicht wird, weil die Kögin, i. E. w. e., kommenden Sabbat zu gut Glück hervorgeht und Sonntag die Illumination sein wird, hernach wird man dieses überreichen. Ebenso werden alle Gesandten, die bereits ihre Interzession angegeben, bei einer mündlichen Audienz kategorisch Antwort begehren und fernere Interzession mündlich abstatten. Gott gebe ihnen Gunst und Gnade und Erbarmen im Interesse der Gesammtheit, daß sie möchten umkehren das Herz der Kaiserin für uns zum Guten. Daß eine Interzession von Rom gekommen, ist wahr, aber nicht vom Papste selbst, sondern von seinem Sekretär in seinem Namen geschrieben. Es ist aber dieses von gleicher Wirkung gewesen, wie alles Andere. Indessen könnte nicht schaden, wann man vom Kurfürsten von Köln, s. E. w. e., noch einmal ein Schreiben bewirken könnte, deswegen schreibe ich heute an meinen Schwager, den gelehrten Rabbiner Hirsch O. H. (Oppenheim) nach Hildesheim, daß sehen möchte, dieses zu schaffen. Ich schicke ihm auch einen Brief, den mir R. Wolf Lichtenstadt aus Prag zur Übermittlung an ihn gegeben hat, der ihn ersucht, noch eine kräftige Interzession zu bewirken. Es nimmt mich auch Wunder, wie das Kölner Vorschreiben in die Hand von R. Izik Hamel nach Frankfurt gekommen und von ihm an den angesehenen R. Abraham Sinzheim zugeschickt worden, mutmaßlich muß solches mein erwähnter Schwager nicht bewirkt oder absichtlich nach Frankfurt geschickt haben, um dort sein Ansehen und seinen gewaltigen Einfluß zu zeigen; sei dem wie immer, es könnte nicht schaden, noch einen zu betrauen. Baron Agilar ist G. s. d. wieder 93 445