Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 451)
- Language
- German
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soll, gelobt »ei Gott, der seine Gnade uns nicht entzieht, es soll aber doch eine Einrichtung geschehen, nach meiner Ansicht wird ein scharfer Au&bot vorgenommen werden. 54 (Wien, 1745, Feber, 21.) Fernere Relation vom heiligen Sabbat, am Sonntag, den 19. Adar I 505. Seinen Brief mit beigeschlossenen Abschriften der Interzessionalien habe ich richtig erhalten; was aber des Längeren ausführt, daß die Arbeiter hier lässig sind, so hat er recht, ich habe darüber schon in meiner Relation mehrfach gesprochen, daß leider hier die Urgierung für eine so große Sache zwar mit allem Eifer betrieben, aber nicht in der Ordnung traktiert werden. Einer sagt so, der Andere sagt so und Beide haben Unrecht. Jeder glaubt in dieser schweren Angelegenheit dem Maiter zu agiren und halt seine Connessainc bei seinem Fürstlichkeiten für gut, kommt man in die Versammlung, doziert jeder die von seine Fürstlichkeiten gehabte Konsolation, leider aber zeigt sich hernach, daß ohne Effekt und eitle Trostworte und er von Tag zu Tag abgewiesen und eingeschläfert worden. Man hat zwar nicht ermangelt, die Gesandtschaften immer zu sollizitiren, auf ihre Instruktion Antwort zu begehren, so auch von ihrer Seite nichts unterlassen worden und was nur möglich war im Interesse der Allgemeinheit gethan haben. Das alles hat aber nicht ausgereicht, sie zu belassen und man hat sie abgewiesen, daß jetzt nicht die richtige Zeit wäre, mit der Königin, i. E. w. e., zu sprechen. Den Großherzog, s. E. w. e., hat man täglich angegangen und hat jederzeit die Antwort im Munde geführt, wird mit der Königin, i. E. w. e., reden; man hat auch Nachricht, daß er sein Wort gehalten, aber alles nicht verfangen. Mit dem Prinzen Karl, s. E. w. e., ist nachdrücklich gesprochen worden; wie ich selbst mit ihm gesprochen, daß er sogar animirt worden, um mit Ernst im Interesse der Gesammtheit mit der Königin i. E. w. e., zu reden, hat er einem Projekt formirt. Es sollten die Juden in Böhmen und Mähren, die jeder Provinz stehende Armee auf 6 Wochen verpflegen, jeder Jude sollte einen Dukaten geben, sich damit auszulösen und das sollte als Strafe sein; allein es hat dieses so wenig wie alle anderen Interzessionen gefruchtet. Daß man hier nicht sollte gewußt haben von der neuerdings hin ergangenen Konfirmation, so ist es nicht, sondern es wäre nicht zu redressiren, wenn man auf so viele eingelaufene Interzessionen von allen Höfen nicht den allergeringsten Regard haben soll, ist leicht zu präsumiren, daß vom Himmel u. u. v. S. w. dieses Verhängnis beschlossen worden. Ich habe in meiner jüngsten Relation gemeldet, wie man in Prag die Juden exekutirt, ihre Schulden zu zahlen. Nun ist heute hier an einem Präger Balboß mit Namen R. Nathan Hanklis142 ein Brief von seiner Frau eingelaufen, daß man sie zur Kommission zitiert und von ihr verlangt, sie zu denen «Schulden im Betrag von 160.000 fl. nach der Reparation, was auf ihren Mann entfallt, 3300 fl. erlegen sollte, wie sie eingewendet, daß sie um 20000 Grundbesitz hätte, welche aber nicht regardirt und für 1 xr angenommen werden. Auf die Erben von R. Simon Frenkel und den Vorsteher R. Simon Wedels entfällt 34000 fl. zu geben, in summa sie müssen alle Schulden bezahlen bis auf den letzten Heller und, wo sie einzunehmen, wird nicht ein Heller kompensiert. Gott erbarme sich ihrer und wende alles zum Guten. Daß der angesehene R. Mose Breslau mit 3 ParlamentsHerren in Halberstadt soll passiert sein, o, wäre dies doch wahr, bisher aber ist hier nichts eingelaufen und ist schwer zu glauben. Erstens bei diesen Zeiten wird sich der Genannte, der alt und hochbetagt ist, zu solche Reise nit resolviren, zweitens was sollte ihn dazu animiren, wo man so wenig an ihm als alle anderen Juden, welche auswärtig zum Besten der Gesamtheit tendirt haben einen Buchstaben von hier aus geschrieben, wie ich schon geschrieben, es ist ein Topf, der Mehreren gehört und zweifle nicht, daß R. Mose Breslau wie andere in dem supposito sein werden, ihre erworbene und hergelofene Interzession werden von guter Wirkung sein. Vom Himmel wird ihr Lohn doppelt sein. Also die Herkunft des Erwähnten nicht wohl zu glauben, außer wann man vielleicht vom Vorstande hier seine Herkunft im Interesse der Gesammtheit requirirt hätte, alle Unbequemlichkeiten der Reise ihm zum Vergnügen gereicht wären. Es ist leider an dem, daß das Verhängnis ad effectum kommen wird. Gott erbarme sich des Volkes Israel. Baron Agilar ist Gottlob von der 440 88