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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 450

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 450)
Language
German
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schlechte Hoffnung und tut jeder das Seinige, soviel möglich ist. Die Präger laufen den ganzen Tag bei dem Grafen Kinsky und lamentiren unter bitteren Tränen, dergestalten, daß er Bie sehr hart angefahren und mit solchen Worten geantwortet hat, die unglaublich sind. Sie haben ihm remonstrirt, liquide Schulden haben bei den Nichtjuden 1,200.000 fl., ihre Grundstücke treffen über 3 Millionen an, sie aber sind in allem nicht mehr als 140.000 fl. an Nichtjuden schuldig, und 40.000 fl. hat man alte Schulden von mehreren hundert Jahren Restantien aufgesucht, so die Gemeinde dem Hof hier schuldig wäre, möchte man zumindest obige Summe, was sie schuldig sind, an ihren Activis dekursiren, der Herr Kanzler aber ihnen geantwortet, es ist bereits die Verordnung hier ergangen, ihr müßt zahlen, und was ihr einzunehmen, könnt Agenten stellen, solches einzutreiben. In summa, es ist auf alle Art angesehen, die Gesammtheit zu vernichten, behüte. Der Beweis hiefür, man läßt keinen Juden von dort verweichen und will absolut, daß alle, wie ein Mann ausziehen sollen, mithin leicht zu erachten, bei solcher Ansammlung, Gott behüte sie, wie präcipitand solches zugehen wird. Es tut mir weh, daß ich noch zu dato mit solche Umstände relationiren muß. Herr Pallavicini ist bereits hier arrivirt, die Zeit wird lehren, wie sein Charakter ist. Der Herr Baron Etal wird wohl erst am 25. dss. hier eintreffen und der 28. ist leider der für das Unheil, behüte, bestimmte Tag. Mithin ist die Zeit um, wenn er herkommt. Es muß sich nun zeigen, ob diese Woche, die Hilfe Gottes zum Besten der Gesammtheit etwas ändern möchte; nach unserem Dafürhalten ist alles vergebens, denn alle Tore sind verschlossen. In diesem Momente erfahre ich, daß Graf Loß141 als extra ordinäre Envoy vom König von Polen, s. E. w. e., hierher gekommen und dieser hat die Intercession vom König, s. E. w. e., für die Juden mitgebracht und ist beordert, nachdrücklich mit der Königin, i. E. w. e., zu sprechen, welche Nachricht R. Abraham Janowitz erfahren hat. Gott gebe, daß dieser Herr mit seinem Händewerk Glück habe. 52 (Wien, 1745, Feber, 17.) Fernere Relation, Mittwoch, 15 Adar I. 505. loh habe zwar gehofft, heute verläßlich etwas zum Besten der Gesammtheit avisiren zu können, doch wird es täglich schlechter. Ungeachtet, daß man jetzt einige Tage ununterbrochen allerorts von einer Linderung gesprochen, ist aber nur spargiment gewesen und weder ein noch andrer Gesandte die geringste Relation erhalten. Die Exkuse ist, die Königin, i. E. w. e., wäre jetzt nicht zu besprechen, obschon laut Diarium sie bereits einige Tage selbst wiederum unterschreibt. Also, um u. v. S. w., abzunehmen ist, daß man nur sucht zu trainiren, bis der Termin vorbei, hiernach ist es ein nicht wieder gutzumachender Fehler; sogar hat der Fürst Liechtenstein in allen Orten Mährens, wo Juden unter seiner Herrschaft sitzen, anbefohlen, daß sie binnen 14 Tagen ihre Schulden, was sie an Nicht juden schulden, bezahlen sollen. Gott wende alles zum Guten. 53 (Teplitz, 1745, Feber, 11.) Kopie des Briefes des Sohnes R. Sanwil Bambergs, Freitag, 17. Adar, I 505 in Teplitz. Meine Reise nach Bamberg, hoffe vorzunehmen, nicht mehr nötig haben soll, denn am vergangenen Donnerstag ist nach Dresden eine Stafette angekommen, daß die gnädige Königin, i. E. w. e., den Befehl zur Austreibung der Kinder Israel wirklich aufgehoben hat und durch Herrn, den König, s. E. w, e.5 die Nachricht geschehen ist. Wenn es auch von der Königin, i. E. w. e., dato nicht unterschrieben ist, aber doch die festliche Nachricht, die Vertreibung ganz aufgehoben sein 87 439

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