Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 449)
- Language
- German
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gute Hoffnung vorhanden ist, wenn man auch noch in Furcht lebt. Zahlreich sind die . . . Empfehlungen, die unserer Herrin zugunsten unserer Nation zuteil werden. Es möge Seiner göttlichen Majestät gefallen, daß der gewünschte Erfolg eintrifft. Ich meinerseits mache alles, was in meinen Kräften steht und ich werde fortfahren, alle erdenkliche Mühe zu gunsten der Armen aufzubringen. Ich wünsche aus vollstem Herzen, daß diese Angelegenheit eine gute Weudung nimmt und bleibe in ausgezeichneter Hochachtung Ihr aufrichtiger Freund und Diener Diego de Aguilar. Wien den 10. Feber 1745. 51 (Wien, 1745, Feber, 14.) Fernere Relation vom heiligen Sabbat am Sonntag, 12. Adar I 505. Nichts Neues unter der Sonne und ist leider bis jetzt im Interesse der Geeammtheit nicht im Geringsten eine Linderung. Belangt, daß man hier das Geschäft der Intervention negligirt und nicht, wie nötig, an die Gemeinden geschrieben wird, wie mir beigeschlossene Briefe von R. Elia Dresden und von dem gelehrten Rabbiner R. Mose Kann zeigen; die Sache ist wahr, aber es haben auch die Vorstände nicht in ordine an die Gemeinde, G. e. s., hier geschrieben, nur jeder an seinen Korrespondenten als Einzelner, als von Holland ist an R. Amschel Arnstein durch seinen Schwiegervater gekommen, aus Turin an Baron Agilar, von Dresden an R. Wolf Moschkau und so ähnlich, mithin wie will sich «schicken, daß die Gemeinde soll an ihnen antworten, ohne Briefe von ihnen. Obzwar in dergleichen der regulis statis sollte beiseite gesetzt werden, will doch niemand außer Ordnung gehen in specie der erwähnte R. Wolf traktirt seine Fürsprache solchergestalten geheim, daß man bis jetzt wenig davon erfahren, möglich daß es bis ganz zum Schluß ungelöst bleiben dürfte. Dieser ist mit seinen Geschäften überhäuft, ministerhaftig und wenn man mit ihm zu sprechen kommt, muß man es für etwas Gnädiges schätzen, viel weniger, daß er vom Hauptwerk und noch weniger von «einer Urgierung jemand relationiren wird. Der Rabbiner, s. L. 1., ist bekannt, was dieser für Eifer in Sachen der Intervention besitzt, R. Mordechai Jafe, dem es an Eifer nicht fehlt, mankieren ihm andere Kräfte, wo er in dieser Angelegenheit weit eingreifen will, und man von Seite der Gemeinde, d. G. 1., ihm nicht so viel Vertrauen beimessen will in puncto J. G. (?) noch seinen Worten freie Hand zu lassen. Baron Agilar ist jetzt 14 Tage durch Podagra inkommodirt. Daß aber in der Sache der Intervention, gemäß der Pflicht, die allen Juden obliegt, nichts gespart wird, kann ich versichern, die Gesandtschaften fleißig anzugehen, wird soviel möglich von den Vorstehern hier getrieben, von die Präger aber tagtäglich angegangen. Allein sind von ihren Höfen instruirt, imediate mit der Königin, i. E. w. e>, zu reden, mithin werden sie nicht um alle Schätze der Welt außer Ordnung gehen, und deswegen mit den Herrschaften, wer immer es sei, deliberiren, noch viel weniger Instanz zu machen. Mit der Herrin, der Königin, i. E. w. e., haben sie bisher nicht sprechen können, weil damals, wie die Briefe eingelaufen, sie schon in der Retirade war, es sind alle Umstände, daß das Verhängnis vom Himmel verhängt ist. Gott wende es zum Guten, denn alle dermaligen Urgirungen sind ohne Effekt. Von dem König von Polen, s. E. w. e., ist nichts gekommen, nur vom Herzog von Weißenfels; die Interzession von den Kaufleuten von Leipzig hat man Nachricht, als wären solche mehr zum Schaden gewesen und dem Interesse der Allgemeinheit nachteilig, ebenso ist vom Kurfürsten Köln, s. E. w. e., auch nichts gekommen, weil er damals nicht wollen selbst schreiben, um nicht Streit zwischen den Brüdern zu erwecken und. wegen der Ehre seines Bruders, des Kaisers, s. E. w. e., nicht schreiben können an die Königin, i. E. w. e., und nur dem Herrn Kobenzl hat er kommittirt, her zu schreiben, daß er mit ihm gesprochen, im Interesse der Gesammtheit zu interzessioniren. Mithin ist bis jetzt 438 86