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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 434

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 434)
Language
German
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IRI
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nicht nötig es hiemit in duplo zu tun und wird er solche m. k. t. auf Begehren kommunizieren. Weiter nichts, nur wenn seine lieben Worte an mich kommen, wird es mir zur Freude sein, dies die Worte seines Freundes, der bereit ist, ihm zu dienen und sein Wohl anstrebt. Abschrift, was wegen der Vertreibung in Böhmen 16. Schewat 505 von Augsburg an den angesehenen Mordechai Halle, nach Dresden geschrieben und bei dem angesehenen R. Michel Apt, Diamantschneider, beigeschlossen. 38 Fernere Relation Mittwoch, den 17. Schewat 505. (Wien 1745, Jänner, 20.) Ihre werten Brief habe ich gelesen und wiedergelesen, auch jederzeit ihre hohe Ansicht in ihrer völligen Konformität hier produzirt. Die gemachte Passus und die hiesige Urgirung, welche von ihm mit guter Begründung und Erkenntnis proponirt worden, sind im Kerne substantiös, ist aber zu bedauern, daß die Hauptursache des Zornes der Königin, i. E. w. e., :[wie man hier hintenherum erfährt"]: von seiner hohen Ansicht sehr different ist, indem einige Vornehme auf vielfältigen Überlaufen und Lamentiren der Juden sich hasardirt haben mit der Herrin, der Königin, i. E, w. e., discursive zu reden, mit der Fürsprache zu beginnen, ihre Antwort aber war, es ist richtig, die Juden sind auch ehrlich, doch wir haben unser Bedenken und wollen keine in unseren Ländern haben. Mithin ist dieses ein Generalopignion, die nicht zu verantworten ist, denn auf alle Accusations und lügenhafte Verleumdungen sind remonstrationes zu machen, den Argwohn zu benehmen; wann man aber sagt, die sind ehrlich, wir wollen gleichwohl keinen haben, was können wir da reden, was sagen? Es ist bereits von den Herren Staaten, vom Kurfürsten von Mainz, vom Herrn Herzog von Weißenfels, i. E. w. e., Intercession eingelaufen, den Effekt aber bisher nicht empfunden, es scheint entgegengesetzt zu sein, daß gestern neue Drangsale an das Tageslicht gekommen sind und den Juden hier intimirt worden von der h. 1. Regierung, nachdem es beschlossen ist, alle Juden aus Böhmen und Mähren zu vertreiben, derart, daß Ende kommenden Juni in diesen Ländern kein Jude mehr anzutreffen sein soll, dahero werden die Juden hier bei großer Bestrafung nach dieser Zeit keinen Juden aus diesen Ländern hier protektiren. Überdies ist der gleiche Befehl an alle Komitater in Ungarn ergangen, daß sie keinen einnehmen sollen, wie auch wirklich der Befehl von ihnen akzeptirt und mit folgendem Wortlaut ergangenen Patenten bekräftigt worden, daß wann ein Jude aus diesen zwei Ländern in ihr Land kommen sollte, sich niederzulassen, sollte er beim erstenmale mit Schlägen traktirt werden, beim zweitenmale öffentlich ausgepeitscht werden und beim drittenmale solle er vogelfrei sein. Diese Besserung haben leider bis jetzt. Von anderen Höfen ist bisher nichts gekommen, nur wie ich oben spezifizirt habe. Gestern hat R. Meir Levi wieder mit Herrn Prinz Karl, s. E. w. e., nachdrucklich gesprochen und von ihm gnädig zur Antwort erhalten, sobald sein Bruder, der Großherzog, s. E. w. e., (den man morgen von Olmütz zurückerwartet) herkommt, will er mit ihm reden und gemeinsam bei der Königin, i. E. w. e., Fürsprache tun. Daß man hier sich zu wenig im Interesse der Allgemeinheit hasardirt kann ich versichern, daß jeder mit seiner ganzen Kraft in der Angelegenheit urgirt, jedoch es ist nicht an dem, dadurch etwas zu richten, indem viele Fürstlichkeiten schon reprimandirt worden, mithin laßt sich nicht zwingen. Sein wertes Schreiben an Herrn Grafen Königseck ist gut und wohltätig, es spart auch Baron Aguilar nichts, allein alle Fragen sind beantwortet, wie oben gesagt. Wir haben niemand, auf den wir uns stützen können, als unseren Vater im Himmel; morgen ist in ganz Böhmen, Mähren und Ungarn ein allgemeiner Fasttag, wie der Versöhnungstag, den ganzen Tag, viel Bußgebete, und Bittgebete zu verrichten. Gott möge ihr Flehen und unser Gebet mit Erbarmen und Wohlgefallen aufnehmen. Es ist ein 71 423

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