Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 433)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2644300-2644307--1892-2646236- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
und des Raubes geraten sind, wie mir der hochangesehene R. Michel Apt dort anrühmt, und wenn auch die Priester eifrig116 sind, in diesen Sachen, die hart sind wie Adern,117 muß man auch den Eifrigen aneifern, damit er eifrig zum Guten gedenke des Leides der Vielen in Zukunft; denn wir brauchen noch viel Erbarmens, bevor die Sache im Guten beendet ist, indem ihn ja schon und den ihm nahestehenden gewiß bekannt ist, daß auch die Vertreibung aus Mähren für Ende Juni resolvirt worden ist, u. u. v. S. w., und es möge dem Herrn bekannt sein, daß Mähren an jüdischen Seelen dreimal so zahlreich ist wie Böhmen, sogar inclusive Prag, im Vermögen aber letztere den ersteren wohl zehnmal überlegen sein dürften; darum ist in den ferneren etwa prokurierenden Fürbittebriefen höchst notwendig, daß die Fürstlichkeiten, die Gutes für uns reden, sowohl für Mähren als Böhmen ihre Interzession einlegen müssen, weil dieses Land, wenn, behüte, eine Entfernung geschehen sollte, an die auswärtige und benachbarte Orten und ebenso an Intradem gar viel Schaden und großen Stoß im Kommerz verursachen würde. Wenn wir schweigen und nicht spezialiter auch wegen Mähren alter Eifer gezeigt wird, möchten sie in Wien auf die Gedanken fallen, daß dieses Land, behüte, nichts gilt, wenn niemand für sie eintritt und redet weder direkt noch indirekt, wird es ihnen, behüte, aus den Augen sein. Und kommt man, nachdem es bereits geschehen, findet man kein Gehör, es wird dann ein königlicher Befehl sein, der nicht rückgängig gemacht werden kann. Und von solchen Fällen sagten sie,117a man müsse zuvorkommen und es müssen nach meiner schwachen Einsicht, die in Zukunft suchende Interzessionalien hauptsächlich in folgenden 2 Punkten bestehen; erstens muß man mit der Religion anführen, daß es ein sehr üblen Klang nach sich ziehen wird, wann die Königin, i. E. w. e., von üblen Ratgebern sich dahin verleiten lassen sollte, so viel Tausende Seelen, welche von ihren Vorfahren 1000—1200 Jahre geduldet worden, just in ihrer Regierung so verfolgt und verjagt werden sollen, wo, wann schon einige Kanaillen von den Kindern unseres Volkes sich sollten verloren haben, die Kinder Israels an denen an ihnen begangenen vielen Massakern, unmenschliche Grausamkeiten und beschehene Plünderung genug gelitten haben, und zweitens muß der Zerfall des Kommerzi und der erfolgende grausame Schaden deren in- und ausländische Gläubiger (?) exagirirt bedauert und beherzigt werden. Gib dem Weisen, er wird noch weiser,117b was kann ich wissen, was m. k. nicht weiß, da doch sein kleiner Finger dicker ist als meine Lenden. Ich richte heute auch gesonderte Worte an meinen Mechutan, den angesehenen R. Elia, s. g. L, und schicke ihm einige Kopien von Dokumenten, so in künftig Memorialien beizulegen nützlich sind. Finde also 422 70