Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 427)
- Language
- German
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erfolgt und weilen auch besorge, es möchte mein Sohn, e. 1., keine Kopie hievon gehalten haben, folgen solche hiebei durch Post, damit kann man den Herren Staaten vorweisen, daß die Königin, i. E. w. e,, selbst im Jahre 1742 erkennt, daß man den Schuldigen nicht mit den Unschuldigen vermischen soll oder kann, da man, wann man nur gegen Böhmen arbeitet, Gott behüte, leicht sein kann, daß man sagen kann, daß somit die ganze Welt nur wegen Böhmen schreibt, ist an Mähren keinem nicht gelegen, mithin um Mähren, Gott behüte, leicht getan sein könnte, so wird wohl nötig sein, daß man von Herren Staaten noch ein Vorschreiben bei Ankunft der Antwort des Gesandten in . Wien wird auswirken müssen, worinnen meines geringen Erachtens Folgendes wird observiert werden müssen, zuerst, daß man sowohl wegen Mähren als Böhmen mit Nachdruck schreiben muß und zweitens muß man der Königin in Gewissen reden, daß sich die Königin von ihren Ratgebern zu solchen Unternehmungen nicht sollte anführen lassen, um so weniger, als sie drittens selbst in ihrem Dekret v. J. 1742 solches für unbillig erkennt , und viertens ist ja nicht zu vermuten auch nicht möglich, daß die ganze Nation soll gesündigt haben, wann es aber auch von einigen von ihnen geschehen habe, fünftens vermöge der erwähnten Intervention, so ich in meinem ersten Briefe an den Herrn Bischof von Bamberg und Würzburg beigeschlossen, es schon viele Hundert mit der Haut teuer bezahlen müssen und hauptsächlichen muß angezogen werden, sechstens das hauptsächlich das Negotium sowohl wegen der mährischen als böhmischen Juden, wenn Gott behüte, eine Entfernung geschehen sollte, gar hart sowohl in der Kaiserin ihren eigenen Ländern als auch in Holland leiden werde, weil von den Juden viele Hunderttausende Gulden Spezereien und andern Waren in Holland gekauft und stets ehrlich bezahlt worden, man täte es jetzt schon gar hart im Gewerb und auf den Börsen empfinden, was wird es dann erst, nachdem es, was Gott verhüte, geschehen, geben und nach sich ziehen. Man muß ihnen sagen, daß alles vom Herrn Kinsky herrührt, der gegen uns aufgestanden, uns zu vernichten, damit der holländische Gesandte in Wien sich hiernach zu reguliren wissen möge, daß dieser viel Übles aus Passion über uns Juden skaliren wird. Über diesem muß man den erwähnten angesehenen R. B. und den angesehenen R. Tobia auch anzeigen, daß Mähren, G. e. e., dreimal so stark113 als Böhmen in der Seelenzahl sogar inclusive Prag, dagegen die Armut lOmal so groß ist, u. u. v. S. w., mithin das Letzte, dieses mährische Verhängnis besonders schwer ist, weit größer und ärger als das böhmische, dahero in Zeiten dazu gesehen werden muß, was unbedingt erforderlich ist. Die Eifrigen beeilen sich und man muß sogar die Eifrigen anspornen. 416 64