Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 417)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2644300-2644307--1876-2646220- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
gesicht zu Angesicht vorzutragen. Und diese Srore94 ist der Schlüssel zu allem, besonders in diesem Falle, damit sind meine Worte zu Ende. Sollte ferner etwas passieren, halte mich an seine Ordre, Ihnen alle« zu berichten. Möge Gott mir gelingen lassen, daß ich ihm gute, günstige Nachrichten berichten kann. Dies die Worte seines Knechtes und Dieners, der sein Wohl und Bestes ersehnt alle Tage. Der kleine Jechiel Michel aus der heiligen Gemeinde Apt (Opatov). In diesem Augenblicke ist der hochgelehrte R. Efraim zu mir gekommen und hat mir gezeigt, deutliche und glaubhafte Berichte von seinem Korrespondenten und ich wunderte mich über die Schnelligkeit bei der Sache. In kurzem, der Inhalt lautet so, daß die Gemeinde Amsterdam hat 2 Männer nach Haag geschickt zu dem hochangesehenen R. Tobia, welcher am selben Tage vor den versammelten Herrn Staaten den Entree gehabt hat, das Ereignis vorzubringen und die Schäden, was Holland draus kann entstehen, mit alle Attestatum von Amsterdam. In summa die Herren Staaten haben gleich eine Resolution darauf gefaßt und ein fundamentliche Vorsprach an die Königin, i. E. w. e., rekte per Stafet — Läufer nach Läufer — lassen gehen, welches gestern in Wien sicher arriviert ist. Dieses, fühlen wir, ist ein deutliches Zeichen, daß es ein Finger Gottes ist und daß eine himmlische Regung dabei ist, wenn so Vornehme sich beeilen auf die Stunde, ganz gegen ihre Gewohnheit. Und nicht dies allein, sondern sie sendeten auch zu dem Gesandten Englands, er möge wahrhaft beim Könige von England, s. E. w. e., bewirken, daß er es ihnen absehe und ebenso eine gute Fürbitte tue, damit nicht die Entwicklung dieser Angelegenheit erschüttert werde; sicher dürfen wir auch von dort die Erfüllung unserer Wünsche erwarten, denn wie aus den Briefen deutlich zu ersehen, bemühen sich die hochangesehenen Vorsteher der Sefardim mit aller Kraft, dafür Hilfe zu schaffen. Wir preisen Gott für das Vergangene und bitten ihn um einen guten Abschluß. Desgleichen ist gestern Brief gekommen von der Gemeinde Frankfurt am Main, daß der hochangesehene gelehrte Rabbiner R. Mose Kann, sein Lieht leuchte, hat erwirkt beim Kurfürsten von Metz, daß per Stafette eine gute, in jeder Beziehung Erfolg versprechende Fürsprache nach Wien gelaufen ist. Beim Schließen des Briefes empfiengen wir Brief von Wien und auch von der Gemeinde Prag, daß die Königin, i. E. w. e., ihren Befehl über die Bewohner der heiligen Gemeinde Prag auf 6 Monate aufgeschoben. Und jetzt, wo wir so weit gekommen, wollen wir vollnehmen unseren Mund und Zunge mit der Gnade Gottes, g. s. E., und den Wundern des Allweisen. Das „ich habe sie nicht verachtet und nicht verworfen",95 schwebt noch immer über uns, aber es bedarf noch immer 406 54