Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 413)
- Language
- German
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Eine Zeit der Not für Jakob, jedes Herz verzagt, die Gedanken verwirren sich, die Feder wankt. Mit schwerem Kopf und schwacher Stimme, ohne die Eleganz der Sprache, wie es sich gebührt vor einem so großen Manne nach seinem hohen Verstände und hohem Werte, statt dessen diese Lippenergießung; diese kleine Entschuldigung reicht vielleicht aus, zu bedecken all die großen Dinge, die Du im Texte meiner Antwort findest auf Deine gefälligen Worte. Ich staune über die Größe der Flamme, des göttlichen Feuers in dem Tun dieses tatenreichen Mannes, der noch größer ist als sein Vaterhaus, in die Bresche zu treten, der sich wendet nach allen nur möglichen Arten, irgend eine Rettung zu erlangen für die heilige Gemeinde, den Quell der ThoraVerbreitung für die ganze Diaspora, ob vielleicht nicht doch eine Hilfe sei, sie zu stützen und wieder auf ihren Ort zu stellen, so daß er sich sogar veranlaßt sah, auch mich mit seinen Zeilen zu bedenken, des Inhalts, daß auch ich hilfreiche Hand bieten soll ein Tor der Hoffnung zu finden in der Residenz des großen Königs, unseres gnädigen Herrn, des Königs von Polen, s. E. w. e. Möge Gott einwilligen, daß das Gottgefällige in seiner Hand gelinge, daß er neige das Herz unserer Könige und Fürsten zur Gnade und Gunst, zum Besten der Gesamtheit und ganz besonders erheben wir unsere Augen flehend, daß der Stadt, groß durch Wissen, ehest geholfen werde. Amen. Und nun will ich ausführlich antworten auf alle seine Wünsche. In der Nacht des vergangenen heiligen Sabbat sind mir seine 2 Briefe richtig zugekommen, der eine vom 27. Tewes, der andere vom 2. Schewat nebst Relation von Wien. Wehe den Ohren, die solches hören, welches Unglück uns leider schon 2 Wochen früher bekannt geworden ist durch Reportirung von Wien und Prag. „Unser Antlitz verwandelte sich wie der Boden des Kochtopfes"88a ob der Zerstörung dieser vollkommen Schönheit und in der Zeit unserer Not ergriffen wir das Handwerk unserer Väter, Fasten und Beten, und erwogen und berieten mit einander, was zu tun ist. Ich kann Sie versichern, daß die Männer Dresdens keine Zeit verneglegiren und beflissen sind, jegliche Art der Hilfe zu ergreifen. Die Haupthinderung, was bei der Sache am nötigsten wäre, geschieht, weil der König, s. E. w. e., mit den Ministern nicht in loco sind. Und das Aufbrechen von Warschau, der polnischen Residenz, wird nun mehrere Wochen prolongiert, und wie man hört, nimmt der König, s. E. w. e., gar eine andere Tour über Krakau und Mähren und Böhmen über Prag nach Sachsen, daß man hier in Zweifel steckt, wo man den König, s. E. w. e., mit dem Hofe richtig antreffen könnte. Aus diesem Grunde ist der hochangesehene R. Juspa, welcher auch Einfluß und Namen genießt am Hofe des Königs, von der ersten Stund« an verhindert gewesen, seine Retirade 402 50