Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 412)
- Language
- German
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100 Personen, Frauen und Kinder, kleine Kinder und säugende Frauen vor dem Tor gelegen 3—4 Tage, so man hier hat nicht wollen passieren lassen, habe nicht geruht, bis die Erwähnten alle in die Stadt gebracht. Gott, g. s. E., gebe, daß man sie nur ferner gedulden tut. Ich bin, u. u. v. S. w., wie m. k. t., unter den Fürstlichkeiten vorgestanden, und besonders in Kriegszeiten kann man fast nicht einen Heller ausgeben, sonst hätte mich auf die Reisen hin und her begeben und den Herrn König, e. 1., angehalten, und bei den Fürstlichkeiten, welche mich Gott, g. s. E., sei es gedankt, alle kennen und gewiß groß Effekt getan hätte; so aber ist von mir ein Vorschuß, der sich auf einige Hundert Dukaten belauft, und ich nicht weiß, von wem ich solches wieder fordern soll oder kann, nicht zu prätendieren, denn weil mir kost schon jetzt an Stelfettengeld und die Memoralien zu machen und sonsten Kleinigkeiten,' wenngleich auf 50 Dukaten kommt, soll mir nicht verdrießen, will gern geben, wenngleich mehr als ich vermag diese Zeit mitbringen tut, nicht ästimiren. Prag nebich ist nicht im Stande, eine Post zu geben, haben dem R. Herz88 gegeben 80 Dukaten nach Wien zu gehen, denn der Mann hat es nicht übrig, so muß in mein eigen Blut dersticken. Das Beste ist Gott, g. s. E., schicke ihnen in Bälde Hilfe vom Himmel, daß sie kein Fleisch und Blut sein Hilf nötig haben. Ich habe mir nur hiedurch legitimieren wollen, daß auch meiner Pflicht gemäß, wie es mir obliegt, getan habe, und daß mit mein Taten und Wandel meinem Vater, seligen Andenkens, nachgehen tue. Und nun nichts mehr davon. Dies die Worte seines ihn liebenden Mechutan der kleine Elia aus Dresden. Übrigen bezieh mich auf den Brief des erwähnten R. Michel. Meine Frau und Kinder grüßen bestens. 8. Schewat 505 von meinem Mechutan, dem angesehenen R. Elia Halberstadt aus Dresden wegen der Vertreibung aus Böhmen; ich erhielt ihn am 14. dss. und antwortete ihm in Augsburg am 15. dss. laut Abschrift. 24 (Dresden, 1745, Jänner 11.) Dresden, am Vorabend d. 8. Schewat 505. Fülle Von Leben und Frieden möge fallen auf das Haupt der Redner, des Fürsten und Angesehenen in Israel, seines Stolzes, des Sohnes großer Ahnen von edelster Abstammung, des gelehrten und weisen, des großen Fürprechers dieser Generation, der stehet im Palaste der Könige und Fürsten, des Führers und berühmten Wohltäters, seine IJhre preist und lobt man R. Benjamin Wolf, s. L. 1. Zuerst die Furcht Gottes. Ich stelle mir Gott stets vor Augen. 49 401