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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 408

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 408)
Language
German
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IRI
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kann er die Königin Selbsten, wenn sie in oder aus dem Kapell geht, angehen. M. k. wolle sich ein k. Reisepaß mitnehmen und kein Augenblick versäumen, und sich zu Leben und Frieden auf den Weg machen. Die Kosten für Hin- und Rückreise zahle ich aus meiner Tasche mit allem Danke, wenn solche die Präger Abgesandten, welche sich in Wien befinden, nicht bezahlen möchten, m. k. wolle mir die Ehre geben, sein Quartier bei meinem Sohne, dem angesehenen R. Samuel zu nehmen. M. k. lasse alle seine Affären stehen und liegen und lasse solche durch seinen Bruder, den angesehenen R. Meir verrichten und feiere keine Stund, denn die Zeit ist kurz, die Arbeit groß. Denkt, herziger Freund, es ist nicht mehr als 3 Wochen noch zu dem leidigen Termin und wann einmal die Entfernung von Prag, behüte, geschehen ist, ist hernach alles vergebens, weil die Razen83 schon bereit sind, sobald die Juden weichen, die Judengasse zu beziehen, sollte der angesehene R. Eisik, eine Beschwerlichkeit aus der Reise machen, so ich zwar nicht vermute, wird sein Bruder R. Meir ihn hiezu bequemen, und „größer ist der Veranlassende als der, der es ausführt'4.84 Ich zweifle aber nicht, R. Eisik wird sich ein großes Pläsirnis hieraus machen. Mancher erwirbt seine (künftige) Welt in einer Stunde; jedenfalls die Hauptsache muß sein, daß die in Prag Fristerstreckung bekommen, denn wenn sie bei diese Kälten sollen ahin, müssen sie ja auf dem Felde erfrieren und krepieren, die Bauern werden nicht nötig haben, sie totzuschlagen. Wann Ihr von den Herren vom schwäbischen Kreise einen Fürsprachebrief an die Königin, i. E. w. e., oder an ihr Ministerium oder auch an Prinz Karl oder an des Herrn Königs von Polen, s. E. w. e., seinen kommandierenden General, Herrn Herzog von Weißenfels85 ein Vorwort könnt mitbekommen, daß sie sich bei der Königin, i. E. w. e., interponiren sollten, zumindest für den Worf Fristerstreckung zu verschaffen, wäre gar gut, wo nun, u. u. v. S. w., die ganze Sache herkommt ist dieses; nämlich der Pöbel und Bürger, auch ein Teil vom Adel in Prag, sind den Juden schon seit mehreren hundert Jahren wegen ihrer großen Privilegien, so sie von Kaiser auf Kaiser haben, sehr passioniert. Diese Passion hat jetzt seit jetzt 1H Jahren umsomehr zugenommen, weil, wie die Franzosen vor 2 Jahren von Prag abgezogen sind, die Königin, i. E. w. e., nach Prag geschickt, um alles genau zu untersuchen, so sind viel Bürger, auch einiger Adel, hineingefallen, aber auf die Juden, Gottlob, nichts befunden. Daher haben sie aus Neid und Haß von Prag aus viel Lügen und boshafte Verleumdungen über die Juden an Herzog von Lothringen, s, E. w. e., geschrieben; dieser in der Meinung, es isei wahr, hat es also seiner Schwägerin, der Königin, i. E. w. e., relationiert und da „kam dieses Kalb heraus". Allein, daß die Präger Juden unschuldig sind und wann etwas 45 397

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