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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 404

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 404)
Language
German
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IRI
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18 (Augsburg, 1745, Jänner 7.) M. G. H., Donnerstag, den 4. Schewat 505 in Augsburg. Sein Schreiben v. 25. letztverflossenen, darin die repetirten Leiden wegen der heiligen Gemeinde Prag und der Provinz Böhmen, auch daß Abgesandte von Prag dort angelangt seien. Dem Vernehmen nach tun die Juden an allen Orten ihre Herrschaft um Fürbittebriefe an unsere gnädige Herrin, die Königin, i. E. w. e., angehen, an Gebeten und Bitten wird es auch nicht fehlen, möge der Heilige, g. s. E., das Herz der Königin für uns zum Guten wenden, denn sie ist ja gnädig und nur von Judenhassern zu dieser Resolution verleitet worden, vielleicht regt sich ihr Erbarmen über uns. Ob die Abgesandten aus Prag etwas dort gerichtet, erwarte zu vernehmen; meines Erachtens, wann sie, behüte, bis zur Ankunft dieses noch nichts gerichtet haben sollten, sollte sich der Abgesandte, der ausgezeichnete R. Meir Levi, genannt Maratschka, ohne mindesten Zeitverlust per Kurier zu dem Herrn Prinzen Karl begeben und sehen, bei ihm zu erwirken, daß er an seine Schwägerin, die gnädige Königin, i. E. w. e., zuspricht, das Verhängnis aufzuheben und den Schuldigen zu strafen, den Unschuldigen aber es nicht mit entgelten zu lassen, denn es ist gar nicht zu zweifeln, daß das böse Verhängnis u. u. v. S. w. dadurch entstanden ist, nämlich der Pöbel und Bürger auch einiger Adel in Prag sind den Juden u. u. v. S. w., wie notorie ist, schon mehrere hundert Jahre passioniert, werden die jetzt auf die Juden lügnerische Verleumdungen aufgebracht haben und solches dem Herrn Prinz Karl für eine Wahrheit beigebracht und dieser sofort auch es der gnädigen Königin, i. E. w. e., relazionirt haben. Wenn nun der erwähnte R. Meir dieses dem Herrn Prinz Karl also vortragt und noch dazu mit der öffentlichen Zeitung beweist, daß während der preußischen Belagerung mehrere Hundert Juden sowohl auf die Schanzen im Defendiren als Brändelöschen große Treue getan und, was geschehen sein mag, durch die Juden, so Preußen aus seinem Lande mit sich geführet, praktiziret worden, bei all dem man doch verlangt, eine Kommission aufzustellen und, wer schuldig gefunden werden sollte, zu strafen, jedoch nicht auf die ganze Gesamtheit seinen Zorn zu ergießen, so bin ich sicher, daß Herr Prinz Karl Barmherzigkeit und Gnade besitzt, höchstselbst bei der Königin, i. E. w. e., eine Vorbitte, die Gesere aufzuheben, zu tun. Das Haus Lothringen ist stets voll Gnade gewesen und wird jetzt auch nicht anders sein, kommt nur darauf an, daß man ihm das Werk recht remonstrirt. Haben die Einzelpersonen dort der gnädigen Königin, i. E. w. e., Geschenke79 geschickt, wie stets geschehen und wie es aufgenommen worden ist, bitte mir mitzuteilen. 41 393

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