Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 400)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2644300-2644307--1859-2646203- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
allem Nachdruck angewiesen worden. Diese Sachen alle sind durch die alltäglich« Gnade Gottes gestern nachts llh mit Expreß Stafette, mit welcher Brief an unseren Schwager, den erwähnten Rabbiner beigeschlossen, abgegangen. Es wird heute noch von Frankfurt aus mit Post von Herrn Geheimen Hofrat und Gesandten Herrn Baron von Erthal70 an den erwähnten Herrn Hofrat Helm des Weiteren geschrieben werden. Möglich werde es auch heute noch von Herrn Domprobst Metz zu bewirken solchen, um mehr Herren intervenieren zu lassen, wie wohl es nicht notwendig halte denn „Worte des Lehrers und Worte des Schülers, wem gehorcht man da?",71 da er nun den gnädigsten ausdrücklichsten Befehl hat. Unser Schwager, und die Söhn« unseres Volkes in Wien sicher es ebenermaßen zu Herzen dringen und was zu besorgen auch bedenklich fallen wird, so werden sie ihn schon zu unterhalten wissen. Der erwähnte Gesandte und Konferenzminister Baron von Erthal Exc. ist gestern zum kurrheinischen Kreis von Frankfurt und werden heute schon bei dem Herrn Gesandten von Kursachsen und dem Herrn Gesandten von Kurhannover im Auftrage des Herrn Kurfürsten den Antrag tun, gleich 2 Stafetten nach Dresden und Hannover an Ministerium und Regierung zu melden, daß von dort aus, ohne von Warschau und England den Befehl abzuwarten, 2 Stafetten ein Gleiches der Königin, i. E. w. e., und Minister schreiben möchten. Der Brief von Herrn Gesandten von Baiin ist beigeschlossen worden. Ich habe nach Frankfurt mit gleicher Stafette die Nachricht geben, mithin ist mit Willen des Schöpfers, Er werde erhöht, gepriesen sei Er und Sein großer Name, von hier aus alles, was nur möglich, geschehen, und nachdem wir das Unsrige getan, blicke Du herab, o Gott und Gott unserer Väter, der Du nie Deine Gnade hast von uns weichen lassen bis heute, aus Deiner heiligen Wohnung, Dich zu erbarmen dieses armen unglücklichen Volkes, um Deines großen Namens willen. Die Abschriften sind mir schon expediert und vidimiert gewesen, aber um llh nachts von dem Herrn Kurfürsten, s. E. w. e., aus Sorge, es möchte seine hohe Ehre mißbraucht und bevor der Brief an die Königin, i. E. w. e., kommen, eklatiren,72 einstweilen haltgemacht. Aber habe die Briefe so oft gelesen, daß sie auswendig einem erzählen kann, aber nicht so schlechterdings eingerichtet, auch kein Hoffaktor oder sonst jemand dabei gedacht, noch Memorial beigefügt, sondern aus selbstigem Antriebe und Liebe und Respekt vor der Königin, i. E. w. e., obwohl sie alle Fundamente dazu haben dürfte, diesem Verfahren zu mißtrauen. Und was wird es im ganzen römischen Reich und Europa für ein nachteiligen Klang geben, Leuten, die solange Jahre in ihrer Gunst gestanden, viel Meritum für sich haben und noch zu dienen parat und durch die Kriegsfatalitäten verarmt, solcherart anzusehen, weit barm- 37 389