Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 390)
- Language
- German
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Schwager, d. G. 1., schreibt, fehlt und wäre ich schon, bevor der Brief kam, in Mainz gewesen, wenn wir nicht dafür gehalten hätten vor allem einen Brief aus Wien abzuwarten und zu hören, was sie dort für Gedanken führen. Im vorigen Brief haben sie gar nichts erwähnt, und wie es scheint, nichts davon gewußt; in dem Brief von Mittwoch, d. 18. dss., den wir heute erhalten haben, erwähnen sie teils gar nichts, teils nur andeutungsweise, wo man nicht weiß, ob ihr eigenes Unglück oder das der Anderen gemeint ist. Einige von ihnen haben Hoffnung, daß durch den Herrn Aguilar seine Intervention Hilfe erfolgen sollte, wenn es auch in ihren Augen ein weiter Weg ist; in summa das Unglück, wie es nicht größer sein kann, ist bekannt u. u. v. S. w., die Heilung aber haben wir zu hoffen von unserem Vater im Himmel und wir können uns nur stützen auf die große Barmherzigkeit Gottes, die nie ein Ende hat. Die Welt richtet ihre Augen auf mich durch Vermittlung unseren gnädigen Herrn, des Kurfürsten in Mainz, s. E. w. e.; ich habe schon meinem geliebten Schwager, d. G. 1., geschrieben, daß wegen der Plünderung untertänigste Vorstellungen getan, und alle sind darin einig zum Guten, es dem Herrn Gesandten von Baiin zu rekommandieren. Allein es ist auch auf das Gerücht von den Gnaden der Königin zu unterlassen resolvirt worden und jetzt hängen meine Augen an Gott, daß er das Ohr des Herrn Kurfürsten zur Gnade und Gunst neige, amen, und daß seine Gnade und Güte mit Wohlgefallen aufgenommen werden möchte von der Königin, i. E. w. e. Inzwischen sind die Kinder unseres Volkes an all ihren Wohnorten mit in der Sorge und dem Gebet. Die Briefe, die heute von Prag kommen, machen einen krank und eine Stimme wird in Rama gehört,58 das Weinen in der Gemeindestube, wenn sich versammeln die Häupter des Volkes. Gott, g. s. E., wandle das Herz der Königin und ihrer Ratgeber zum Guten und erbarme sich unser, bald in unseren Tagen Amen. Dies die Worte seines Schwagers, der ihn liebt und allezeit sein Wohl und Heil anstrebt der geringe Mose Kann Binga. Herrn Herrn Wolf Wertheimber, Kays. Oberhoffactor in Augsburg. 27. Tewes 505 von meinem Schwager, dem gelehrten Rabbiner Mose Kann aus Frankfurt. Am 3. Schewat antwortete ich ihm in Augsburg und ihm Abschrift geschickt, was der Rabbiner und die Vorsteher an die heiligen Gemeinden Mantua,69 Rom, Venedig und Turin wegen der Austreibung in Prag geschrieben haben, auch was an Herrn Bischof, s. E. w. e., in Bamberg und Würzburg geschrieben habe und von der Geistlichkeit Information beigelegt habe. 27 379