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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 388

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 388)
Language
German
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IRI
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vorstellen, wieso über die Juden u. u. v. S, w. dieses Drangsal gekommen, nämlich wie die Franzosen ausgezogen, hat die Königin, i. E. w. e., eine Inquisitions-Kommission angestellt, seind selbst einige vom Adel und viele Bürger drein kommen, die Juden seind aber schuldlos geblieben, wie sie in Wahrheit ganz getreu sind. Auch aus der jüngsten Zeitung, so hier gedruckt worden, welche man dem Bischof, s. E. w. e., weisen soll, von Prag selbst ist geschrieben worden, daß die Juden das Ihrige getreulich zahlen, jedoch die Adeligen und Bürger aus Neid und Haß, daß sie ja und die Juden nichts verwirkt haben, haben boshafte, erlogene Verleumdungen gegen uns aufgebracht, alles geht nach dem Lebenserwerb (Brotneid). Der böhmische Kanzler, Herr Graf Kinsky, welcher bekannt ist als Haraan, hat sein Siegel darauf gedrückt und so „kam dieses Kalb heraus". Zu bedauern ist nur, daß „der Haß die Reihe verderbt",50 daß Herr Kinsky kein Abscheu genommen hat, die allerhöchste Person der Königin, i. E. w. e., in so harte und schwere Verantwortung zu setzen, welche doch eine allergnädigste und barmherzigste Frau und sehr gnädig ist. Wie der Herr Graf Esterhazy seine Untertanen in Ungarn vor 2 Jahren hat vertreiben wollen, hat sie ihn selbst zugesprochen und es zurückgehalten. Mithin kann man wohl merken, daß sie mit außerordentlichen Lügen muß berichtet worden sein. u. u. v. S. w., wann zu solchen Prozeduren resolviert hat. Der erwähnte Herr Kinsky hätte eben genug Ursache gehabt, einen Abscheu zu tragen, weil bekannt ist, was sein Bruder in den Tagen des verstorbenen Kaisers für Verhängnisse aufgebracht hat, mit Sabbat und Heiraten. Diese Verhängnisse sind Gottlob aufgehoben und er, nämlich Herr Kinsky, als damaliger gewesener böhmischer Kanzler, ist, fern sei es von uns, verrückt geworden. All dies ist dem Herrn Bischof, s. E. w. e., wohlbekannt, daher man ihn ohne Scheu drauf erinnern kann und muß. Mein Sohn, e. 1., wolle sowohl beigelegte Briefkopie als auch diesen Brief den Gemeindevorstehern, s. 1., produzieren, und sie mögen wählen, was zu tun. Wie könnte ich etwas wissen, was sie nicht wissen, denn bei ihnen ist Wissen und Weisheit, ihr kleiner Finger dicker als meine Lenden. Wegen der Größe des Schmerzes schließe. Tausend Grüße von Deiner Mutter, meiner Gattin, s. 1., und von mir Deinem Vater. Abschrift, was wegen der Vertreibung in Prag und Böhmen 3. Tewes 505 von Augsburg an meinen Schwager, den gelehrten Rabbiner Mosche Kann, nach Frankfurt, und am 24. dslb. meinem Sohne R. E. nach Fürth geschrieben habe. 377

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