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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 384

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 384)
Language
German
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IRI
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8 (Augsburg, 1744, Dezemb. 28.) Kopie meines Schreibens an meinen Schwager, den gelehrten Rabbiner R. Mose Kann, s. L. 1., von Montag, d. 23. Tewes 505, Augsburg. Ich komme jetzt wegen einer neuen Sache einer Gesere zu der Gesere,87 die nicht alle gleich betrifft, man sollte die Kleider einreißen57 über das Unglück der Kinder unseres Volkes, gestern ist von Prag aus die betrübte Nachricht hier eingelaufen, welchergestalt das böse Verhängnis dahin gekommen, daß die Juden des Landes Böhmen solches in 6 Monaten, die Präger aber ultimo Jänner die Stadt räumen sollten, soll ich nun dieses große Unglück, die Klagen und Thränen, breittreten, das ist unnütz. Und kommt es jetzt darauf an, wie man ihnen Hilfe schafft. Und zwar muß die erste Hilfe meiner unmaßgeblichen Ansicht in einer Erweiterung des Termins bestehen; nun in Prag sind sie nicht imstande zu helfen, „der Gefesselte kann sich nicht selbst befreien", es fehlt ihnen, u. u. v. S. w., an Leuten und an Kräften, Israel ist gar sehr verarmt. Mithin muß die Hilfe mit Gottes gütiger Fügung von außerwärts her kommen. Von draußen muß sich die Stimme erheben, die Stimme der Hilfe, der Schutzes, der Weisheit der einsichtsvollen Weisen, wie Krieger mögen sie ihre Lenden gürten und gerüstet einherziehen und gewappnet mit der Halacha, den Pfaden der Ewigkeit. „Mancher kann sich seine Welt in einer Stunde erwerben",58 allen voran das Antlitz unserer Zeit, ein Mann wie Du, möge es viele solche geben in Israel, indem Du dich verwendest bei dem gnädigen Herrn, dem Bischof von Mainz, s. E. w. e., daß er einen Brief schreibe, mit Worten, die das Herz der Königin, i. E. w. e., beruhigen können solche Präzipitirung zurückzuhalten und zumindest vorerst eine Erweiterung des Termins zu erhalten. Und zweitens vorzustellen, daß wenn auch einige Personen sich sollten vergangen und etwas verwirkt haben, was können die Anderen dafür, „wenn ein Mann sündigt, willst du über die ganze Gemeinde zürnen", und ohne, wie sichs gebürt, gehört zu werden oder angesetzte Kommission, um der Sache auf den Grund zu kommen, wer sich vergangen hat (welche billig zu bestrafen sind), der Gesammtheit das Leben zu nehmen, wo doch, nachdem die Franzosen Prag verlassen haben, bei der hierauf angesetzten Inquisitionskommission sich nicht das geringste Üble von den Juden Gottlob gezeigt hat, von den Vornehmen aber und Bürgern Viele hineingekommen und eben derentwegen suchen die Bürger, die Söhne unseres Volkes zu verleumden und sie in üblen Geruch zu bringen, und u. u. v. S. w. haben sie schon mit Erfolg gearbeitet. Zweitens wolle m. k. t. an meinen Mechutan, den bekannten, einflußreichen R. Tobia39 schreiben, daß er dergleichen Verwendungsbrief von den Herren Staaten, und wenn es 21 378

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