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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 383

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 383)
Language
German
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IRI
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obwohl .sie alle weise und einsichtig sind ist doch die Hilfe in der Menge der Ratgeber. M. k. t. hat zwar erinnert zu sammeln für die Verstoßenen Israels und jeden Pfennig zusammenzunehmen, ihnen eine Hilfe zu senden, welches man nicht ermangeln wird. Und es fehlt nicht das Wichtigste von der Aufzählung, jeder wird nach seinem guten Herzen und mehr als nach seinem Vermögen gehen, doch Blutbad reiht sich an Blutbad, es sind auch von anderen Gemeinden in Böhmen dergleichen Bedrängnisse eingelaufen wie der heiligen Gemeinde Leipa,32 da töteten sie 14 Personen, der Rabbiner lag 4 Tage erschlagen unbeerdigt, die Hunde schleppten seinen Körper von einem Ort zum andern, bis ein Christ sich erbarmte und ihn in ein Haus brachte, ebenso töteten sie in der heiligen Gemeinde Soborten 20 Personen, Gott räche ihr Blut und sage, es sei unserer Leiden genug, außerdem in einigen Dörfern, wo mehrere Personen getötet wurden, was leider nicht mehr zu redressiren ist, wehe um die, die zugrunde gegangen!33 Wir sahen Bruch über Bruch. Und nun u. u. v. S. w. die Vertreibung im Winter aus Prag, der gekrönten,34 der Stadt und Mutter in Israel, wo sie vogelfrei in den Händen der Völker sind. Nach den Worten des Herrn Kanzler, des Herrn Kinsky soll die Königin, i. E. w. e., dieses für sofort zu vollziehen resolviert haben und auf seine eifrige Fürsprache hätte er es dahin gebracht ihnen den Termin zu verlängern bis Ende Jänner. Es tut mir leid, daß ich m. k. t mit so einem Klagebrief mit all den Leiden, die über unsere Brüder, die Kinder Israel hereingebrochen sind, avisiren muß, wir können uns nur stützen auf unseren Vater im Himmel. Es ist auch in der Versammlung vorgetragen worden durch auswärtige große und angesehene Fürstlichkeiten Interzession zu suchen, es gehe nicht ohne dies, daß sich selbe ihrer Untertanen annehmen, worunter auch gar viele Christen sind, so gar viel an Präger und böhmische Juden zu fordern haben, und daß hauptsächlich Vorschreiben dahin gerichtet werden muß, daß die Unschuldige nicht mit denen Schuldigen sollen gestraft, sondern wenigstens bei ihrer Armutei in pacem sollen gelassen werden, damit sie durch ihre auswärtige Freund und Korrespondenten wieder in Kredit und Gewerb gesetzt werden und mit der Zeit zu Kräften kommen und zu zahlen in Stand gesetzt werden können, wann man sie aber vertreibt ist als hin, mithin ich zu dem Ende m. k. t. relationire, weil ich weiß, daß er Gottlob imstande ist, mit seinem guten Rat uns beizustehen und wenn er auch nicht persönlich hier ist, so ist doch seine Ehre hier und, was diesfalls nach seiner Ansicht für gut befunden möglichst bald uns zu melden, denn „kurz ist der Tag, groß die Arbeit"35 und wir wissen nicht was wir tun sollen. Man tut, was zur Sache gehört, der Zorn ist aber solchergestatten eingeprägt, daß viel Wasser das Feuer nicht zu löschen vermögen, es sind alle Passus abgeschnitten, wie wenn der Ochse abgefressen hat. Gott möge uns beistehen; mein Herz und Kopf sind nicht bei mir. Ich bin überzeugt, daß jeder Einzelne sich die Dinge zu Herzen nehmen wird, die ans Leben gehen. Gott gebe uns ein gutes Wort zu seiner Zeit, daß wir uns freuen können des Trostes, dermalen aber ist man hier in Bedrängnis, Gott zeige uns den Weg des Königs, daß wir gehen können in das königliche Schloß und Gunst finden in ihren Augen, denn jede Stunde wird unsere Erniedrigung unter den Völkern größer, wer gäbe, daß die Sache nur ums Geld geht, sicher würde es nicht daran fehlen, denn jeder würde den Mantel von seiner Schulter weg hergeben, das Verhängnis aufzuheben. Was nun mit Hilfe des Heiligen, g. s. E., ferner passieren möchte, ermangle nicht bekanntzugeben; indessen erwarten seinen hohen Rat, was bei dergleichen Umständen vorzukehren wäre im Interesse der Gesamtheit, denn es ist hier alles niedergeschlagen, buchstäblich ohne Verstand, daß man keinen Rat geben kann zu helfen, denn wir sind geworden zu Schimpf zu Gleichnis und zu Schmach. Gott wandle unsere Klagen in Freude und schicke Befreiung in unsere Gassen und besorge die Erlösung unserer Seelen, daß wir in Frieden in unseren Häusern sitzen, ohne daß uns jemand aufschreckt bis unser Erlöser kommt, bald in unseren Tagen. Amen. Mittwoch d. 18. Tewes 505 in Wien Herrn Herrn Hersehl Wormbß,36 Juden in Augspurg. Erste Relation, so von Wien 18. Tewes 505 nach Augsburg überkommen, wegen der Vertreibung, so unsere Herrin, die Königin, i. E. w. e., von Ungarn Präger Juden bis Ende Jänner 1745 und in der Provinz bis Ende Juni 1745 hat andeuten lassen, oder mit Soldaten hinausgeführt zu werden. 372 20

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