Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 380)
- Language
- German
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5 (Prag, 1744, Dezemb. 4.) Extrakt eines Briefes, so von Fürth eingelaufen, datiert Freitag, den Vortag des Neumondes Tewes 505. Von Prag sind u. u. v. S. w. wiederum Wehklagen eingelaufen und sollen sich an Blessierten von den Kindern unseres Volkes 500 Personen u. u. v. S. w. befinden, 7 große Synagogen, nämlich die Alt, Altneu, Meisel, Großenhof, Klaus und Pinchesschul haben sie geplündert, alle heiligen Geräte und Gewänder weggenommen, ebenso sehr viele Thorarollen, auch einige gar zerrissen. Kurz, es wird der Schaden von Tandelmarkt und Judengasse auf 2 Millionen taxiert und bei all dieser Not traut sich keiner von den Kindern unseres Volkes aus der Judengasse herauszugehen und besorgen, weil noch keine regulirte Miliz angelangt, daß noch nicht sicher sind, .es hat der Oberste der Panduren in die Judenstadt ein Verzeichnis geschickt, in welchen nichtjüdischen Häusern sich noch einige Effekten der Kinder unseres Volkes befinden, wenn sich also nicht mit ihm abfinden, laßt er dieselben auch plündern. Haben sich bei ihrer Armut, da sie keinen Ausweg hatten, genötigt gesehen 1000 Dukaten zusammenzukratzen, daß ihm dieses noch gegeben haben. Ich werde nächstens Formular schicken, daß man in ihrem Interesse inkomniren soll, so in Nürnberg in Zeitung gestellt werden soll und m. k. sehen wolle, daß es auch dort geschieht, bis her. Abschrift des Extraktes eines Briefes von Prag, so am 8. Tewes in Fürth wiederum eingelaufen ist, was die Gemeinde u. u. v. S. w. für Geseres ausgestanden haben. Am 10. dss. habe hievon Abschrift geschickt an meinen Sohn R. S. nach Wien und. auch an R. Hirsch Hildesheim. 6 (Prag, 1744, Dez. 23.) Abschrift eines Briefes von R. Samuel Levi22 an R. Eisik in Schwabach. Prag, Mittwoch, den 18. Tewes 505. Friede meinem lieben Mechutan dem gelehrten hochangesehenen und berühmten R. Eisik, d. G. 1. Dieses geschieht um unser Unglück allgemein bekannt zu machen, daß der Zorn ausgegangen ist von Gott und anstatt, daß wir von Tag zu Tag auf Gutes hoffen „die Zeit der Heilung, doch siehe......Schreck und Zittern,23 denn es kam der verhängnisvolle Befehl vom Hofe der Königin, i. E. w. e., daß alle Juden von hier binnen 5 Wochen wegziehen, oder mit Soldaten herausgeführt zu werden und sich 5 Monate in der Provinz aufhalten können, hernach soll die ganze jüdische Gemeinschaft sich von der ganzen Provinz wegbegeben und die Gewalt dieses Unglückes ist nicht zu schildern 17 369