Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 378)
- Language
- German
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sehen. Ich selbst war in großer Gefahr, sie banden mich und peinigten mich mit schweren Martern, ich solle sagen, wo Geld ist; der Heilige, gelobt sei Er, rettete mich aus ihrer Hand, daß gerade salva quardia ankommen. Sicherlich standen mir die Verdienste meiner Ahnen, der heiligen Rabbiner bei; noch ist mein Kopf und meine Glieder schwer. Gelobt sei Gott, der mir an diesem Orte ein Wunder erwies und seine Gnade umd Treue mir nicht entzog. Nun mein geliebter Meohutan, gibt es einen Schmerz gleich dem meinen? Die Leute unserer berühmten Gemeinde gehen buchstäblich fast alle nackt im größten Mangel mit einem Hemde ohne Gewand. Fürwahr, wenn man es hört, schmerzt unsere Seele, darum mache ich unser Leid der Allgemeinheit bekannt. Es würde sich gebüren, daß man ob einer solch großen Zerstörung die Kleider einreiße,57 es ist ummöglicih, es zu beschreiben, zu kurz ist die Decke zum Strecken, und was m. k. t. zum Besten unserer Gemeindpmitglieder tendieren kann, um sie am Leben zu erhalten, möge er uns nicht vorenthalten. Ich schreibe dieses am m. k. t., denn m. k. t. ist mir bekannt, daß sich dieser Mizwa, wie es keine größere gibt, annehmen wird, meinen Brief in der Welt bekannt zu machen, damit man sich unser erbarme; dies die Worte des mit Tränen schreibenden, der geringe Josef Simon Spira. Ersuche, meinem Blutsverwandten, dem angesehenen R. Sekil, unter anderen meinen Brief zu kommunizieren und ihm zur Beruhigung meine Gesundheit mitzuteilen. Ich reccommandiere ihn als Vorsteher, um zu besorgen, was in seiner Macht ist, für unsere Gemeindemitglieder zu tun, was nur möglich ist, denn das Elend und Not ist nicht zu beschreiben. Abschrift, was der angesehene gelehrte R. Samuel Wedeies14 und der angesehene R. Wolf Fürth, 27. Kislew 505 von Pragan die Vorsteher nach Fürth geschrieben haben; darin beschreiben sie die Plünderung, die in Prag gewesen und dabei u. u. v. S. w. viele Personen getötet und blessiert worden. 4 Prag, Mittwoch, 24. Kislew 505. (Prag, 1744, Novemb. 29.) Um 11 h sind die Preußen von hier abgezogen und die Königlichen eben um 11 h eingezogen, hat man Erlaubnis gegeben, die Husaren und Krobaten sollten in der Judengasse plündern, wo viele Tausende in die Gasse gekommen, wie es auch um 11 h bei Tag sich angefangen hat und hat gedauert bis den andern Tag. In summa 28 Stunden in ein Stück, 15 Personen ums Leben gekommen, viel zerhackt, viel derschossen, über 100 Personen blessiert. Dem angesehenen R. Leb Ullman hot man Stück Bart weggehackt, R. Simon Wedels 15 367