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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 372

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 372)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644307--1831-2646175
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Am 31. Mai 1747 macht R. Tobias Haag den Versuch, eine neue Intervention Holland« zu erwirken, abhängig von der Aussicht auf Erfolg (76). Am 19. Dezember 1747 schreibt. Wertheimer an den Londoner Rabbiner und seinen Bruder R. Mose Breslau, die Erwirkung «eines neuerlichen Fürspracheschreibens des englischen Königs zu erwägen (78). Am 26. Juli 1748 berichtet Moses Löb, daß die von der Königin verlangte jährliche Summe von 300.000 fl. so errechnet wurde, daß eine Ermäßigung ausgeschlossen ist, weiters über die Schwierigkeiten der Aufteilung dieser Summe auf Prag, Böhmen und Mähren (79). s. d. Es taucht plötzlich der Plan auf, die Juden aus Böhmen und Mähren im Laufe von 6 Jahren zu vertreiben. Die Wiener Juden müssen zu einem Darlehen an die Königin 10.000 fl beitragen (81). Beigelegt ist ein Erlaß vom 5. August 1746 bezüglich der Ausweisung der Juden aus dem Prager Städtischen Gut Lieben (81 a). Die Bedeutung der Briefe. Die Briefe haben ihre hauptsächliche Bedeutung als Geschichtäquellen. Sie sind Berichte von Augenzeugen, die uns ein an Anschaulichkeit nicht zu überbietendes Bild geben; die Ereignisse entwickebi sich förmlich vor unseren Augen, die Darstellung wirkt plastisch, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, daß der weit überwiegende Teil der Briefe eine kurze Spanne von nur einigen Monaten behandelt (nur wenige Briefe beschäftigen sich mit den Ereignissen nach der Austreibung bis 1748). Vielleicht sind die Berichterstatter nicht immer objektiv, weil sie sich durch die Vertreibung der Juden aus Prag, Böhmen und Mähren ebenso getroffen fühlen wie die direkten Opfer; aber dieser Umstand schärft auch ihren Blick auf der Suche nach dem Heilmittel, dem wahren Grund des Übels kennen zu lernen, und da ist bezeichnend, daß die Königin nach mehrfachen Berichten auf alle Einwände, die Juden seien doch ehrlich, keine Verräter, die Austreibung sei eine schwere Ungerechtigkeit, sei religiös und juridisch nicht zu rechtfertigen, bedeute wirtschaftlich für den Kommerz des eigenen Landes wie auch vieler anderer Staaten den Ruin, sich auf die einzige Antwort versteift, die inappellabel ist: Es ist wahr, die Juden sind redlich, aber ich mag sie doch nicht. Wichtig ist weiter die bisher nicht genügend beachtete Nachricht, daß 1746 die Königin beschlossen hat, die Juden Böhmens und Mäh- 9 361

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