Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 371)
- Language
- German
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Relation vom 21. Feber. Der Großherzog verspricht, bei der Königin zu intervenieren. Prinz Karl will versuchen, gegen große finanziell Leistungen der Juden zur Erhaltung der Armee, das Austreibungsedikt rückgängig zu machen. In Prag werden die Schuldforderungen an die Juden rücksichtslos eingetrieben. Baron Aguilar arbeitet mit vielem Eifer, aber ohne merklichen Erfolg (54). Relation vom 24. Feber gibt verzweifelte Resignation kund (55), doch werden am 25. Feber aus Fürth über Teplitz gekommene Nachrichten gemeldet, die Vertreibung sei gänzlich aufgehoben (56). Am 28. Feber teilt Moses Löb mit, daß er alle Bemühungen zur Rettung der Juden von Anfang an für aussichtslos halte, die Dilation für ein paar Wochen bedeute ein Unglück (57), Am 4. März wird gemeldet, daß bis auf zirka 300 sämtliche Juden Prag verlassen haben (58). Relation vom 10. März. Von Holland ist nochmals Interzession eingelaufen, ebenso vom Papste durch seinen Sekretär. Wäre auch von Köln nochmals anzustreben (60). Relation vom 12. März. Das finanzielle Projekt Prinz Karls wurde von der Königin glatt abgelehnt; es besteht noch Hoffnung für Böhmen und Mähren, für Prag aber gar keine Aussicht (61). Relation vom 20. März. Die Prager Vorsteher überreichen der Königin persönlich ein Memoriale (65); am 28. März wird für Prag ein neuerlicher Aufschub gemeldet (67). Relation vom 31. März. Vom König von England nochmals nachdrückliches Interzessionsschreiben eingelaufen; ebenso hat Holland nochmals feierlich rekommandiert. Alle Gesandten, auch der Kardinal, setzten sich für die Juden ein; es wird auch der Wortlaut der päpstlichen Interzession mitgeteilt (68). Am 8. April meldet Samuel Wertheimer seinem Vater, daß er eine Sonderaktion für die Prager Juden unternehme (69). Am 25. Jänner 1746 teilt der Berliner Gemeindevorstand mit, daß wohl ein Einschreiten der preußischen Regierung für die Prager Judenschaft zu erreichen wäre, daß er aber Bedenken habe, ob ein solches nicht politisch unklug und gefährlich sei (71). Am 23. Oktober 1746 ersucht Wertheimer R. Tobias Haag um Erwirkung eines neuen Einschreitens der Generalstaaten zugunsten der Prager Juden (73). Am 30. Dezember 1746 erläßt das Prager Rabbinat an die Gemeinde Pfersee einen Hilferuf wegen der jämmerlichen Not der kranken Prager Exulanten (74). Bericht über den Studententumult in Wien am 19. Jänner 1747 und die Sekte der Jansenisten auf der Herrschaft Bydzov (75). 360 8