Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 370)
- Language
- German
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Die Intervention des Herzogs von Weißenfels soll ausgenützt und an Prinzen Karl herangetreten werden (34). Relation vom 20. Jänner 1745. Die Königin gibt die Unschuld der Juden zu, will sie aber doch nicht dulden; die ausgewiesenen Juden dürfen nicht in Ungarn aufgenommen werden. Die Vornehmen bekommen von ihr auf Versuche, für die Juden zu sprechen, spitze Antworten (38). Wertheimer sendet Auszüge aus obiger Relation nach Frankfurt, Hildesheim, Dresden, Hamburg und Fürth (39). Hebräische Antwort auf den Hilferuf von Venedig (40) und Turin (41). Relation aus Wien, 25. Jänner 1745, über die Aufwartung der Proßnitzer Gemeindevorsteher beim Großherzog auf seiner Durchreise, ferner über den Überfall auf die beiden Dresdner Juden, die nach Olmütz gereist sind, um beim König von Polen zu intervenieren. Die Wiener Zeitungen drucken nur das für die Juden Ungünstige ab; ein kürzlich erschienenes Extrablättel der Augsburger Zeitung, das für die Juden günstig lautete, ist in den Kaffeehäusern gar nicht zum Vorschein gekommen (42). Relation aus Wien vom 28. Jänner, daß der polnische König beim Großherzog interveniert habe und die Nikolsburger Vorsteher beim Prinzen Karl (43). Der fränkische Kreis hat ein Interzessionsschreiben für die Juden geschickt, es ist ein gleiches vom schwäbischen und rheinischen Kreise anzustreben (44). Relation vom 3. Feber 1745. Anläßlich der Geburt des Prinzen herrscht in Wien Freudentaumel, der Exzesse gegen die Juden befürchten läßt. Bei den Wiener vornehmen Juden herrscht bezüglich ihrer Aktionen wegen der Vertreibung kein Einvernehmen. Die eingesendete Augsburger Zeitung ist offensichtlich eigens für Wertheimer hergestellt worden, da in den anderen Exemplaren die für die Juden günstige Nachricht durch eine andere ersetzt scheint (48). Schreiben Baron Aguilars an Wertheimer (50). Relation vom 14. Feber 1745. Die Gesandten der auswärtigen Mächte haben noch nicht mit der Königin sprechen können. Vom Herzog von Weißenfels ist die Interzession bereits eingelaufen, vom Könige von Polen und vom Kurfürsten von Mainz noch nicht. Es wurden strenge Verfügungen erlassen, daß die Prager Juden alle ihre Schulden zahlen müssen (51). Relation vom 17. Feber. Die Situation wird immer schlechter (52); am 19. Feber werden Gerüchte laut, die Königin habe sich entschlossen, die Vertreibung gänzlich zu widerrufen (53). 7 359