Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 340)
- Language
- German
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in den Synagogen. Der Oberrabbiner hatte 2 Diener; für den Synagogen-(Schul-)Dienst waren 10 „Schuldiener, Schulbedienstete" bestellt (1 handelte auch mit alten Hosen); das Zusammenrufen besorgten 5 „Schulklepper" (1 handelte auch mit Gewürz) und 1 „Schulrufer". Als Sänger in den Synagogen werden 11 Personen angeführt (1 „Schulkantor", 1 „VoF&ingeir" und 9 „Schulsinger"; einer handelte auch in spanischem Rohr); vielleicht gehörte auch 1 Bassist dazu, der mit diesem Vermerk in der Konsignation eingetragen ist. Neben der Kultmusik bot auch die weltliche Musik Beschäftigung: außer 9 Musikanten (1 wird als blind bezeichnet) werden in unserer Konsignation noch sechs „Spielleute" genannt (1 Spielmann hat sich auch als „Schalcksnarr" angegeben). Schließlich und endlich läßt sich an der Hand der Konsignation ein Verzeichnis jener Personen zusammenstellen, die durch die Verwaltung jüdischer Ämter und durch Rechtsvertretung ihren Unterhalt fanden. Die Mitglieder (Beisitzer) der jüdischen autonomen Körperschaften freilich sind in der Konsignation sehr unvollständig festgehalten, da ihre ehrenamtliche oder nur mit geringen Einkünften verbundene Mitgliedschaft den Mann nicht ernährte, daher finden sich solche Angaben nur ausnahmsweise; es sind dies: 1 Judeneltistenbeysitzer (der zweite ist uns bereits oben unter den Geldwechslern begegnet) und 4 Beisitzer (Deputierte) des jüdischen „Perdonambt" — bei diesen erscheint auch ihr Hauptberuf eingetragen (2 hatten ein Leinwandgeschäft, 1 eine Weinstube und 1 führte Gold und Silber). Die besoldeten Beamten und Diener sind dagegen wohl vollzählig verzeichnet. So waren beim jüdischenPerdon 2 „Perdonscassierer" angestellt, ferner 2 Schreiber, 2 „Spezifizierer4' (vielleicht Taxatoren, einer als der „deutsche", der andere als der „Haupt-Spezifizierer" eingetragen) und schließlich 2 Diener. Die Vermögensverwaltung der jüdischen Gemeinde lag in Händen eines Funktionärs, der als der Prager Judenschaft Obercassierer und Haubtrechnungsführer bezeichnet wird und der gleichzeitig Geld auf Interessen lieh. Mehrere Beamte überwachten die Abgabeneinhebung; es waren: 2 „Aufschauer bei der Einfuhr der G e t r ä n k s s p e s e n", 1 „A u f s c h a u e r i m T e i n h o f" und ein „Leinwandaufschaue r". Die Aufsicht über den j ü d i - schenTandelmarktführte 1 Inspektor (er war zugleich Schmied), der hier mit Hilfe von 9 Dienern die Ordnung aufrechtzuerhalten hatte. 1 jüdischer Quartiermeister sorgte für die Unterbringung und Evidenthaltung der Fremden im Ghetto; es standen ihm 3 Gehilfen zur Seite (Zu weiser, Zuweiserin, Auf schauerin). An sonstigen öffentlichen Beamten sind noch angeführt: 5 geschworene Prokuratoren, deren 1 bei den Judenältesten wirkte, während ihnen 1 als 33 329