Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 339)
- Language
- German
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V 1 Wasserträgerin. Andere Dienste und Arbeiten werden nur gelegentlich erwähnt: 3 Boten, Dienstboten, Dorfgeher, 1 Eintrager, ein Arbeiter in der Fleischbank, 1 Nachtarbeiter, 3 leben „von L i e d 1 o h n", 4 sind als „H o c h z e i t d i e n e r" beschäftigt, 1 als j „K o 11 e r w a s c h e r" (Wascher von Halskrägen) und 1 als W ä s c h ej rin; außerdem waren im Ghetto noch 4 Schleierwäscherinnen, deren j wir schon gedacht haben. Bezüglich einer Person steht in der Konsignajj tion: „nähret sich in den Dörfern"; wovon oder womit, ist nicht ver- \\ merkt. jj Eine weitere Kategorie von Ghettoberufen kann man unter dem Ii Schlagwort: Ghettohygiene zusammenfassen. An der Spitze stand j 1 A r z t (Doctor Med.), 1 Ärztin (Doctorin) und lApotheker. 1 Nicht groß war die Zahl der Geburtshelferinnen, im ganzen nur zwei; ihre Funktion besorgten vermutlich die „Sechswochenwarterinnen, Pflegerinnen der Sechswöcherinnen, Kindbettwarterinnen", deren »! Zahl sich auf 21 beläuft. Krankenwärter und Krankenwärterinnen standen je 4 zur Verfügung. „B a r b i e r e r" und „B a a - d e r" waren 28 (1 handelte auch mit Kaffee und 1 auch mit Leinwand). i Schließlich wird eine Jüdin genannt, die als „B r a n d h e y 1 e r i n" auftritt. Die Konskriptionsangaben gewähren auch näheren Einblick in die religiösen und Schulverhältnisse. An der Spitze der Kulf tusorganisation des Prager Ghettos stand der Oberrabbiner, ihm zur Seite stand 1 Rabbiner und 1 „erster Praedikant" (Prediger). Zu diesen führenden Persönlichkeiten gesellte sich ein zahlreiches Kollegium der „S c h u 1 m e i s t e r", deren Funfetion zwischen Kultus- und Schulobliegenheiten geteilt war, wie im jüdischen Leben überhaupt die Schule einen integrierenden Bestandteil der Synagoge darstellt, was [ schon die Bezeichnung Schule für Synagoge an und für sich verrät. Als Schulmeister werden in der Konsignation 61 Juden bezeichnet, neben I ihnen -erscheinen in solcher Stellung auch 2 Schulmeisterinnen. Eine wichtige öffentliche Funktion hatte auch der „Gemaind K o (s) c h e - | r e r", der gleichzeitig ein Schreiberamt versah. Im weltlichen Unterj rieht sind 13 Lehrpersonen tätig, die als „Instruktoren" bezeichnet! werden, da sie die „Kinder instruiren" oder sich mit der „Kinderlehre" I befassen. Neben ihnen wird noch ein besonderer „Rechenmeister" j genannt, der vielleicht auch als Buchhalter den Handelsleuten zur Verfügung stand; schließlich erscheint noch eine Lehrerin (Lehrmeisterin). Vier Studenten, die außer der in der Rubrik 8 verzeichneten genannt werden, bereiteten sich offenbar auf die geistliche Laufbahn vor. Selbständigen Erwerb boten auch die Dienstverrichtungen im K u 11 u s 1 e b e n, besonders beim Gottesdienst, und der Gesang 328