Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 338)
- Language
- German
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auch alte Strümpfe), altes Silber (2), altes Eisen (1), alte Möbel (1), alte Schlafröcke t(l) und alte „Wägen" £1). Hier kann man auch dem einen „alte Huttfärber" anschließen. Am Schlüsse dieser statistischen Übersicht des Prager jüdischen Handels und der industriellen (handwerklichen) Produktion gilt es noch die bedeutsame Gruppe der jüdischen Impressoren zu nennen, denen sich die Buchbinder, Buchhändler und Papierhändler zugesellten. Es ist bekannt, daß seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis ins 18. Jahrhundert im Ghetto zwar nur zwei Druckereien bestanden, die Zahl der jeweils angeführten Impressoren pflegt jedoch größer zu sein. Das kommt daher, daß die Druckereien auf eine größere Anzahl Erben überzugehen pflegten.18 Diesem Zustand begegnen wir auch in unserer Konsignation: sie nennt 7 Impressoren (Buchdrucker) und neben ihnen einen „Setzer in der Druckerey". Buchbinder gab es 5, Bücherhändler 4 (darunter verkaufte einer nur hebräische Bücher), Papiearhändler 6 (einer handelte auch mit Leinwand). Mit dem jüdischen Handel hing aufs engste zusammen die Einrichtung der Handelsagentur und der Maklerei, die eine ansehnliche Anzahl Prager Juden, beiderlei Geschlechtes, ernährte. Solcher „Unterhändler" erscheinen in der Konsignation 30 (1 verlegte sich speziell auf ReaMtätenvermittlung: „mit Gütter"), „Unterhandlerinnen" gab es 3, und außerdem 1 „Mägdezubringerin". Als „Coimmissianten", „zu Commis" arbeitende Juden führt die Konsignation 4 an und außerdem noch 2 „Mäckler" (bei einem steht, daß er sich mit „Kuppeln" ernährt). Eine Sondergruppe eigener Art stellten unter diesen Kommissionären und Vermittlern die „H a u s j u d e n" und „Hausjüdinnen" (Männer 100, Frauen 23; 1 solcher Jude wird als „Post- und Hausjud" bezeichineft, 1 handelte auch mit Zeug und 1 auch mit Tuch). Groß war auch die Zahl jener Juden und Jüdinnen, die ihr Brot mit unterschiedlichen Diensten und Handreichungen verdienten. Daneben gab es freilich noch Hausgehilfen und Hausgehilfinnen, die in den Rubriken 6 und 7 der Konsignation eingetragen waren und sicherlich auch einen Teil jener Arbeiten verrichteten, von denen noch die Rede sein wird (dazu kam, trotz aller Verbote, auch christliche Dienerschaft, deren Zahl freilich nicht bekannt ist). Die Amtsdiener werden tiefer unten erwähnt werden. Als „Diene r", im „Hausdienst" oder bei der „Hausarbeith" tätig werden in unserer Konsignation 15 Männer angeführt, außerdem 1 „Handlangerin". Als „Laadendiener" (K o m m i s) waren 27 Männer beschäftigt (1 handelte außerdem in Gewürz) und 5 Frauen. Etwas größer war die Zahl der Träger, im ganzen 27, zu denen noch Spezialisten für besondere Verrichtungen kamen: 9 Wasserträger, 2 Blutträger und 1 Holzträger; dazu kam noch 81 327