Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 335)
- Language
- German
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tigten sich 2 „Kappelmacher". Nur wenig schwächer an Zahl waren die „Kirschner" (33) und „Kirschnerinnen" (3, auchPelzmacherin); sie beschäftigten sich mit ihrem Handwerk und dem Verkauf ausschließlich ihrer Erzeugnisse. Wiederholte Beschwerden der christlichen Kürschner zeigen, wie unangenehm ihre Konkurrenz war. Schließlich können an dieser Stelle die Erzeuger (3) und Händler (5) mit Schlaf pelzen und Schlafröcken angeführt werden, die „Schlafpeltzmacher", insgesamt 8 Personen. Eine weitere große Gruppe ergibt sich aus dem Verkauf, bzw. der Zubereitung von Speisen, Getränken, Obst, Grünzeug und Gewürz. An Zahl und Bedeutung (Konkurrenz mit den Christen) stehen die Fleischhacker (37) und die Fleischhackerinnen (7) an erster Stelle. Neben ihnen werden 4 Personen genannt, welche als „F 1 e i s c h r e i n i g e r" oder „Fleischausäderer" bezeichnet werden. Vom B r o t verschleiß lebten 19 Männer (die Angabe der Rubrik lautet: Brodt, Brodtkram, Brodtkrämer, Brodthandler, Brodthäckler; 1 handelte auch mit Geschmeid und 1 verkaufte auch Branntwein); unter den Genannten wird nur ein einziger als „Brodtbecker" angeführt; als „Brodthäcklerin" oder „Brodtkramerin" erscheinen 18 Frauen. Außerdem tritt noch ein Händler mit „Backwerek" und 1 „Küchelbecker" auf. Vom Butter verschleiß lebten 4 Personen (1 befaßte sich daneben mit Geldwechseln, 1 mit Gemischtware und Verkauf von Rasch, 1 schließlich auch mit Wollwarenhandel); mit Käse und Butter handelten 7 Personen, mit „Schmaltz" und Butter 1 Person. Speziell mit Mehl handelten nur 2 Personen. Milch Verkäufer war nur einer vorhanden, desgleichen nur ein Honig verschleißer. Geschäfte mit Gänsen gab es 5 (1 war mit der Schusterei verbunden). Dazu kommen noch 2 Geschäfte mit Lebensmitteln und 8 Hökerinnen. Auch der Ausschank von Getränken und die Auskocherei schaffte einer recht bedeutenden Zahl jüdischer Familien den Lebensunterhalt. „W ürthshaus" wird allerdings im Ghetto nur ein einziges erwähnt (im VIII. Viertel, Nr. 2), ebenso wie ein Kaffeehaus — es gehörte, wie gesagt, einem Lederhändler. Dafür gab es mehrere Schanklokale, für Bier sowohl als auch für Wein und Schnaps. „Bierschäncke" gab es 28 (1 in Verbindung mit Kramerei, 1 mit Käse- und Butterverschleiß und 1 mit „Garküchl" — einer Auskocherei). Daneben bestanden noch 7 besondere Frischbierschenken (1 mit Brotverkauf verbunden), eine wurde von einer Frischbierschenkin betreut. Reine Weinschenken werden nur 3 genannt, dazu kam eine „Weinhand - lerin" und ein „Weinschrötter". Mehr Weinschenken (9) waren mit Bierschenken verbunden (1 im Anschluß an ein Leinwandgeschäft); in einer derselben war auch Branntwein zu haben. Branntweinschenken 324 28