Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 334)
- Language
- German
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genannte „kurze Waar" feilhielt, und bei einer anderen, daß sie auch mit Strümpfen handelte), zu guter Letzt wohl auch 4 Handelsleute, die nach den Worten der Konskriptionsrolle mit „allerhand, unterschiedlicher Waar" Handel führten. Auch die 9 Händler mit „spanischem Röhr" gehörten schließlich und endlich hierher, wie auch aus dem Umstände hervorgeht, daß drei darunter gleichzeitig auch Handschuhe verkauften und einer die Krämerei betrieb. Eine besondere zahlreiche Fabrikations- und Handelsgruppe bildeten diejenigen Juden, die sich mit dem Verkauf und der Erzeugung von Bekleidungsgegenständen befaßten. An erster Stelle standen die Schneider, das verbreitetste Ghetto-Handwerk, das 158 Mitglieder zählte (davon war 1 „Heyduckenschneider", der Livreen verfertigte; 1 stand im Dienste der Synagoge („Schuldiener"); 1 war „Beschicker bey dem Sechsherrenambt" und 1 verkaufte auch Bändel). Ihre Zahl wurde noch durch 17 Schneiderinnen erhöht (1 trieb auch Handel mit Leinwand). 2 Schneider hatten sich auf Beinkleider spezialisiert („Hosenmacher"), selbst eine Frau betrieb dieses Handwerk („Hosenmacherin"). Mit dem Ausbessern von Kleidern im besondern beschäftigte sich 1 Schneider („Kleyderflücker"). Mit Wäschenähen ernährten sich 36 Frauen („Näderin"); daneben werden 3 Stepperinnen genannt. Ein bedeutender Teil der angeführten Erzeuger (Handwerker) befaßten sich sicherlich auch mit dem Vertrieb ihrer Erzeugnisse, indem sie nicht bloß auf Bestellung, sondern auch auf Vorrat arbeiteten. Mit dem ausschließlichen Verkauf von „Kleydern" erwarben ihren Lebensunterhalt neben ihnen 49 Männer (1 handelte auch mit Wolle, 1 auch mit Federn, 1 auch mit Knöpfen und 1 verkaufte außer neuen Kleidern auch alte), dazu kam noch 1 Kleyderhändlerin. Groß war auch die Zahl der Schuhmacher; sie beschäftigten sich durchweg nur mit der Erzeugung und dem Verkauf ihrer eigenen Erzeugnisse: es gab im Ghetto 100 „Schuster" und 5 „Schusterinnen". Dagegen lebten vom bloßen Verkauf von Schuhen nur 4 Personen, von denen sich eine nur auf Kinderschuhe spezialisiert hatte. Spezialisten unter den Schustern stellten die „Absatzmacher" dar, 11 an der Zahl; mit dem Verkauf von Absätzen nährten sich 4 Personen (1 handelte daneben mit Schusterpech und 1 führte auch hohe Frauen-„Steckel"). Den Schneidern und Schustern standen die „H u t h e r" zahlenmäßig nach: von „Hüthen" oder vom „Huthihandel" lebten 39 Personen männlichen Geschlechts (1 darunter handelte auch mit Geschmeid, 1 auch mit Flanell und 1 hatte auch eine Krämerei), ferner 2 Frauen (Hutherinnen, Huthhandlerin). Außerdem verfügte das Ghetto über einen Hutfärber und einen „Huthstepper". Mützenmacher gab es im Ghetto nur einen; mit Erzeugung und dem Verkauf von Hauskäppchen beschäf- 27 323