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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 300

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 300)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644307--1759-2646103
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deg jetzigen jüdischen Oberrabbiners in einem bestimmten Keller unter dem jüdischen Gefängnisse, welches „Kätzel" genannt wird, geheim erdrosselt worden sein. Da auf Veranlassung und mit Genehmigung des erwähnten Oberrabbiners eine so ruchlose Tat, die ihm nicht zustand, verübt wurde, soll der Richter Seiner kaiserlichen Majestät sogleich nach Erhalt dieses Dekrets besagten Oberrabbiner nicht bloß ins Gefängnis bringen und ihn in demselben so verwahren, daß weder ein Jude noch sonst jemand anderer mit demselben außer in Gegenwart des städtischen Richters oder dessen Schreibers, und zwar nur in deutscher Sprache, sprechen könne, sondern auch alle seine Sachen, wo und worin auch immer sie bestehen mögen, versiegeln, und da er auch zweifellos verschiedene Forderungen an Juden hat, soll der Richter in den Judenschulen publizieren lassen, daß jeder Jude, der dem erwähnten Oberrabbiner etwas schuldet, sich bei dem richterlichen Amte Seiner kaiserlichen Majestät, mit dem er betraut wurde, zu melden habe, und dasjenige, was er ihm schuldet, spezifiziert anzugeben trachten solle und daß er bis auf eine weitere Anordnung niemandem eine solche Schuld, unter Androhung der Strafe der doppelten Zahlung, zahlen dürfe, hierauf soll er, dem Rechte der angeführten Prag er Altstadt gemäß und auf Grund der Aussagen der obangeführten und auch noch weiterer Zeugen, die er ermitteln könnte, ihm (dem Oberrabbiner) dieser ruchlosen Tat bezichtigen, nicht minder soll er auch noch dem oberwähnten Vater des ermordeten Juden Samuel, Isak Grobgryn, und seiner Mutter und noch anderen Mittätern, welche an dem Morde teilnahmen oder tätlich mithalfen, aufs eifrigte und gründlichste nachforschen, und falls die erwähnten Eltern oder sonst einer von den Mittätern ermittelt wären, soll er sie sogleich in ein besonderes Gefängnis bringen und es nicht unterlassen, über diese Erledigung an Seiner kaiserlichen Majestät böhmische Kammer Bericht zu erstatten, in dem Bewußtsein, daß dadurch der gnädige Wille Seiner kaiserlichen Majestät erfüllt sein werde. Pragae, 5. septembris 166 4. Ex consilio camerae bohemicae. A t e r g o : Dem erlauchten Herrn Maximilian Albrecht Decara von Rozenet, Richter Seiner kaiserlichen Majestät in der Altstadt Prags. Beilage IV. (Bericht des Altstädter Richters über die Verhaftung des Oberrabbiners.) Milostivi päni, pani. Vedle Milostiveho Vasi hrabeci Excelenci a Vaäich Milosti poruöeni, nepominul jsem se tak poslusne' zachovati vrchniho rabina zidovskeho arestem sti&iti, v6ci jeho zinventirovati a specetiti, t&z v skoläch zidovskych, aby kdobykoliv z izidovstva temuz rabinovi co dluzen byl, se pfi mn£, aneb adjunktu mym ohläsil, dluh svüj rekognosciroval a pod tim jemu rabinovi do dalsiho nanzem tehoz dluhu neplatil, publicirovati däti, jako take na tom jsem byl, ze jsem jej die milostiv^ho porußem obviniti chtel, ponevadz ale jistä rozmysleni v tom jsou: Predni, ze on clovek v8kem velmi sesly a die zdäni m6ho k 80 letüm stary, k tomu tak na zdravi nedostatecny jest, kdyby ordinärni proces proti nemu pfedsevzat byti mel, mohl by pod tun umfiti a tudy zaslouzileho trestäni ujiti. Za druh6, jsouce on mezi izidmi u velkG väznosti, ze na neho takove zaslouzilö trestäni dokracuje, mohl by sobe" zastesknouti a jsouce jako pära nad hrncem, tim drive z sveta sejiti, jakoz sice velkou alteraci säm pfi nem jsem spatfil. Za tfeti: Jest zidovskä praktika hrube znämä, ze oni ne brzy k tomu prijiti daji, aby kdo z nich ohavnou smrt anebo potupu vefejnou trpSl a kdyz" k tomu prijiti mä, o to se snazi, aby dodänim jeho z svSta sprovodili, coz obzvläätne v fcöto prißinS z ohledu jak osoby, tak i materiae delicti stäti by se mohlo. Za Stvrte: I to rozmysleni potfebuje, ze to deliktum jest velmi tezky a kfesfanstvu velmi protivny-, takze kdyby to mezi lid obecny, 2idüm beztoho protivny, se rozneslo, mohla by se poöina nejaköho pozdvizeni däti; nemenö jeho veci, kterä 37 289

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