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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 265

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 265)
Language
German
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IRI
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Judenschaft gewählt, da sein Gehalt aus Gemeindemitteln zu bezahlen war und dadurch die Leistung der Kontribution erschwert worden wäre, wäre die kaiserliche Bestätigung zum Oberrabbiner nicht leicht zu erreichen gewesen. Möglicherweise wollte sich auch der Vorstand wegen der Verwandtschaft und des „Anhangs", die der neue Rabbi in Prag hatte, nicht binden. R. Simon Wedele» führte zwar während dieser Zeit die Oberaufsicht über die religiösen Institutionen, traf die Entscheidungen in religiösen Fragen, schlichtete Streitigkeiten innerhalb der Gemeindeleitung, lehrte und leitete die stark frequentierte Talmudschule, er wurde aber dennoch nicht von den Behörden als Oberrabbiner anerkannt. Wenn er dennoch im Jahre 1642 von den Behörden zur Schlichtung der Streitigkeiten in der Gemeinde herangezogen wurde,10 so geschah dieses nur in Anbetracht seiner Stellung als hervorragender Gelehrter. Welche Achtung R. Simon auch bei den Prager Gelehrten hatte, zeigte sich bei einem Streit, der zwischen den Ältesten und sehr angesehenen Männern entstanden war. Die Schlichtung des Streites trug die böhmische Kammer am 30. November 1645 den zwölf Juristen11 auf. Die fünf Opponenten12 erklärten aber den Juristen, daß sie nur einen Vergleich annehmen werden, den R. Simon Wedeies mit zwei Oberjuristen, nämlich dem R. Pinkas Levit Horovitz und R. Israel Brandeis, und dem Bürgermeister R. Feiwel Dusehenes, eventuell noch mit dem Juden Doktor namens Rabbi Joseph Candia (Delmedigo)13 oder R. Jakob, Oberrabbiner zu Trebitsch, treffen werde. R. Simon hatte sich durch seine Gelehrsamkeit und durch sein ganzes Wesen die Zuneigung eines großen Teiles der Prager Judenschaft erworben, besonders aber die des Primators Moses Israel Geizvogels.14 Dieser berief Ende 1646 die Ältesten, Gemeinältesten, Beisitzer und fünfzehn von den vornehmsten Personen aus der Gemeinde zu einer Versammlung, um über die AVahl des R. Simon zum „Obristen-Rabbiner" zu beraten. Die Versammlung kam in Anbetracht des stets zunehmenden Verfalles zu dem einhelligen Beschlüsse, R. Simon Wedeies zum Oberrabbiner von Prag und des böhmischen Landes15 zu wählen und beim Kaiser um die Bestätigung anzusuchen. „Was gestalten", führen die Prager Judenältesten in ihrem Gesuche an den Kaiser Ferdinand III. an,16 „vor vielen Jahren hero die Prager Judenschaft einen Obristen Rabbiner aufzunehmen und zu erhalten gepflogen, welcher sowohl über uns, als über die ganze Judenschaft im Kgr. Boheim zur Unterweisung der jüdischen Zeremonien, deroselben Uebertretter Bestrafung, auch Pflanzung und Erhaltung guter Polizei und Ordnung, gesetzt und geordnet worden." „Weilen aber von Jahren hero (als damals gleich ein Obristen Rabbiner zu Prag mit Tod abgegangen) wir bei diesem langwierigen 255

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