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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 263

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 263)
Language
German
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IRI
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Die Erlebnisse des Oberrabbiners Simon Spira-Wedeles in Prag (1640—1679) Von Dr. Tobias Jak o bo vi t s. Zu den größten Gelehrten und bedeutendsten Männern der Juden, die je in Prag gelebt haben, zählt unstreitig der Prager Oberrabbiner Aron Simon Spira. Frühzeitig berühmt, wirkte er, wie seine Grabschrift1 mitteilt, als Rabbiner in Frankfurt, Lemberg, Lublin, Krakau, Wien und zuletzt als Oberrabbiner seiner Vaterstadt Prag und des böhmischen Landes. Der Ruhm seiner Gelehrsamkeit drang überallhin, so daß seine halachischen (religionsgesetzlichen) Entscheidungen von Gelehrten aller Länder eingeholt und anerkannt wurden und tausende Schüler seine Lehrstätte aufsuchten. Die Ergebnisse seines Studiums legte er handschriftlich in Responsenwerken, in Novellen zum Talmud und den Dezisoren, wie in Predigtsammlungen nieder. Doch alle seine Manuskripte wurden „gestohlen und zerrissen", nur ein kleines Büchlein2 und einzelne Entscheidungen3 sind der Nachwelt erhalten geblieben. Nicht minder ragte er durch seine große Frömmigkeit hervor und lebte, trotz seines Reichtums, bescheiden und anspruchslos. Die Mit- und Nachwelt nannte ihn „heiliger Gottesmann" und „der Gaon".4 Noch auf den Grabschriften seiner spätesten Enkel wird deren Abstammung von dem „Gaon" rühmend hervorgehoben. R. Simon Spira wurde im letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts als Sohn des Rabbinatsassessors Wolf Spira (starb i. J. 1630) geboren. Seine Ehe mit seiner Frau Chaie, Tochter des Simon Neuhaus (sie starb im Jahre 1676), war mit fünf Kindern5 gesegnet, von denen drei in der Blüte ihrer Jahre starben. In der jüdischen Literatur6 ist unser Rabbi nur unter dem Namen Spira bekannt; in den Akten heißt er ausschließlich Wedel oder W e d e 1 e s. Wedeies dürfte der ursprüngliche Name sein, der, vielleicht identisch mit Vital (V i t e 1 e s), auf die spanische Abstammung der Familie hinwiese; „Spira" dagegen ist wohl von deren Herkunftsort S p e i e r abzuleiten. Die vorliegende Darstellung soll nicht die Lebensgeschichte des R. Simon Wedeies, sondern nur seine bisher nicht bekannten Erlebnisse in Prag schildern, wie sie im Aktenmaterial der Prager Archive zu finden sind. I 253

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