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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 246

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 246)
Language
German
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IRI
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Synagoge. Der 1803 in Alt-Ofen verstorbene Samuel Bobele vermachte 200 Fl für die Reparatur der Synagogen in Neuhaus und Neusedlitz. Der am 19. Juni 1804 verstorbene Tabakverleger Jakob Wiener testierte von seinem über 5000 Fl betragenden Vermögen138 ca. 40 % (2018 Fl) für religiöse und humanitäre Zwecke. Besonders gereicht ihm das schöne soziale Empfinden zur Ehre, welches er dadurch an den Tag gelegt, daß er seinem gewesenen Schreiber Samuel Brandeis in Prag „für ihm geleistete Treue Dienste" 200 Fl testiert hatte. Zum Schlüsse sei noch bemerkt, daß die Neuhauser Judenschaft auch 2 Apostaten aufzuweisen hatte, den Jakob Getzl, nach der Taufe Ketzl (Keczl), genannt „der Jude", welcher in den 50er Jahren des 16. Jahrhunderts die Taufe nahm, dessen Enkel Hauptmann des Grafen Wilhelm Slawata war, und einen Sohn des Branntweinhauspächters Elias Stern, der bei der Taufe den Namen Alois Schornstein annahm und 1792 in Prag Militärdienst leistete. V. Die neueste Zeit seit 1848. 1. Das Wachstum der jüdischen Gemeinde. Das Revolutionsjahr löste den Bann, der die Entwicklung der Neuhauser jüdischen Gemeinde hemmte. Mit den veralteten Stadtprivilegien verlor auch der jüdische Numerus clausus seine Gültigkeit. Der Zuzug von Juden nach Neuhaus wuchs langsam von Jahr zu Jahr, so daß nach einem Jahrzehnt die Neuhauser jüdische Gemeinde bereits gegen 40 Familien zählte. Die friedliebende Neuhauser Stadtbevölkerung lebte mit den Juden im besten Einvernehmen. Sie vermieteten den zugezogenen Juden gern Wohnungen in ihren Häusern und das gute Einvernehmen wäre sicherlich nie gestört worden, wenn nicht einige der Intelligenz angehörende Bürger, denen die Vermehrung der Juden ein Dorn im Auge war, gegen die Juden im stillen gehetzt und den Haß gegen dieselben geschürt hätten. Was im Mittelalter in Neuhaus niemals geschehen war, ereignete sich infolgedessen im Jahrhundert des Fortschrittes der Kultur und der Humanität, wo es zu Ausschreitungen gegen die Juden kam. Nach Ausbruch des Krieges zwischen Österreich und dem mit Frankreich verbündeten Piemont (26- April 1859) wurden in der Stadt unpatriotische Äußerungen der Juden verbreitet. Der Arzt Dr. Hamburger soll gesagt haben: „Wenn nur Frankreich gewinnen möchte, erhielten wir (die Bewohner Österreichs) sicher unsere Rechte (die Wiederherstellung der Verfassung)." Der Jude Morawetz soll die Äußerung getan 236 54

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