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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 241

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 241)
Language
German
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IRI
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sehiaftsamtes vom 30. Feber 1731 lautet dahin, daß den Juden wohl die Erlaubnis izur Errichtung einer Friedhofsimauer zu erteilen sei, doch müßten sie die Kosten selbst aufbringen, da das Wirtschaftsamt mit Meliorationen und anderen Arbeiten überhäuft ©ei Diesem Gutachten entsprach auch die Entscheidung des Grafen. Ob die Juden nach diesem abschlägigen Bescheid wieder einen Hotezaun um den Friedhof errichteten oder denselben auch fernerhin offen liegen ließen, bleibt dahingestellt. Im Jahre 1736 nahm sich die gesamte Neuhauser Bürgerschaf t — das muß hier m ihrem Ruhme hervorgehoben werden — des der Verwüstung preisgegebenen Judenfriedhofes an. Im obrigikeitlfchen ProtokoUbuche findet sich die Eintragung vom 1. Dezember 1736:129 „Stadt Neuhaußer Schutzjudenschaft und die gantze (Stadt) gemeinde sambt und sonders Andreas Link Schriftsteller, suppliciren demütigst, Euer Excellenz geruhte denenselben zu erbauung einer Mauer um den jüdischen Kirehhoff gemäß erliegenden 250 Fr Geldes, nemblich sogleich 50 Fr hernachher aber Jährl. a 10 Fr Fristenmäßig zu Beizählen, die hiezu Benöthigten Materialien Von daßigen Ambt gnädigst auszufolgen." Diesem Ansuchen wurde stattgegeben und der Friedhof wurde mit einer Mauer umgeben. Da dieselbe jedoch wegen der geringen zur Verfügung stehenden Mittel auf nicht genug tiefem Fundament erbaut wurde, wie es der abschüssige Grund erforderte, senkten sich schon nach kurzer Zeit Teile der Mauer und stürzten nach und nach zusammen. Boshafte Menschen taten das ihrige dazu, so daß in den sechziger Jahren des. 18. Jahrhunderts der Friedhof wieder offen lag und die Verwüstung desselben in noch erhöhtem Maße vor sich ging. Infolgedessen überreichte die Neuhauser Judenschaft am 7. Oktober 1768 eine Bittschrift an Proeop Adalbert Grafen Czemdln, worin zunächst die fortschreitende Verwüstung des Friedhofes geschildert wird, indem „von gemeinem Pöwel oder bößen Leute das Vieh heraufgetrieben, die Begräbnissen zertreten, verwüßt, ja öfters die Grabsteiner herausgerissen und in den unten fließenden Wasser geworfen werden". Es wird hervorgehoben, daß nicht nur den Juden der verödete Zustand desi Friedhofes unerträglich sei, sondern daß sie auch „durch Gottesfürchtige fromme Christi. Leüthe befragt und erinnert werden, warum sie denen Todten keine Ruhe zu verschaffen und auch eine Verschrenkung deren üble Übungen nicht besorgen". Es wird daher gebeten, der Graf möge aus eigenen Mitteln den Friedhof mit einer genug starken Mauer umgeben und eine „alte Chaluppen dahinstellen", worin ein Christ wohnen und den Friedhof bewachen würde. Die Kosten des Baues würde die Neuhauser Judenschaft durch einen entsprechenden „alljährlichen (billigen Züns" tilgen". Unterschrieben sind Jakob Kohn und dessen Sohn Löbl, David Hart, Samuel Bobele und Isaac Bobele. 49 231

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