Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 237)
- Language
- German
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Später soll er Rabbiner in seinem Geburtsorte Liebschütz gewesen sein. In der obgenannten Konsignation der jüdischen Steuerfassion aus dem Jahre 1801 wird Fischmann Abraham, Kreisrabbiner zu Neuhaus, mit einer Schutzsteuer von 18 Gulden und einer Kriegssteuer von 4 Fl 27 x angeführt. Er bekleidete dieses Amt bis zum Jahre 1817, wo -er pensioniert wurde. Zu seiner Pension mußten natürlich, wie früher zu seinem Gehalte, sämtliche Juden des Bechiner Kreises beitragen. Im Jahre 1818 rekurierte der Jude David Spitz aus Puchern auf der Herrschaft Gratzen an das Kreisamt Täbor gegen des ihm auferlegten Pensionsbeitrages von 4 Fl und den Gehaltsbeitrag für den neuen Kreisrabbiner von ebenfalls 4 Fl, weshalb den zur Repartition delegierten Mitgliedern Low Bobele in Neuhaus und Israel Kollmann in Kardas ftecic vom Kreisamte ein Bericht über den Repartitionsmaßstab abgefordert wurde.121 Im Jahre 1822 übersiedelte Fischmann zu seinem Sohne Moses Jechezkel Fischmann- Rabbiner in Schaffa in Mähren, wo er im Jahre 1830 starb. Laut Inschrift auf dessen Grabstein soll er während seiner Amtstätigkeit Jeschiboth (Talmudlehrhäuser) geleitet und zahlreiche Schüler zu Talmudisten herangebildet haben.122 Als Nachfolger Abraham Fischmanns bekleidete das Kreisrabbinat in Neuhaus R. Samuel Low Kauders. Der Sitz des Kreisrabbinates wurde in den folgenden Jahren nach Kaladej verlegt, wohin Kreisrabbiner Kauders übersiedelte und bis zum Jahre 1834 als Kreisrabbiner wirkte. In diesem Jahre wurde er nach Prag berufen, wo er bis zu seinem im Jahre 1836 erfolgten Tode als Vorsitzender des Rabbinatskollegiums fungierte. In Neuhaus wirkte dann Salamon Flußmann als Rabbinatsverweser bis zu seinem 1848 erfolgten Tode. c) Schule. Wie in allen jüdischen Gemeinden, so gab es auch in Neuhaus eine jüdische Schule, worin die Jugend in Bibel und Talmud unterrichtet wurde. In dem städtischen Grundbuch wird in einer grundbücherlichen Eintragung aus dem Jahre 1667 als Zeuge der jüdische Schulmeister Moses Lob angeführt.123 Der Lehrer war in der Regel auch Schochet und Vorbeter, doch hatte die jüdische Gemeinde in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts auch einen besonderen „Schulsinger" oder Vorbeter. Der Lehrer unterrichtete auch jüdisch-deutsch schreiben und lesen, was daraus hervorgeht, daß die Neuhauser Juden sich bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts auf ämtlichen Eingaben und Verträgen in hebräischer Schrift unterschrieben und einige im Schloßarchiv vorhandenen Briefe Neuhauser Juden geschäftlichen und familiären Inhaltes in jüdisch-deutscher Sprache geschrieben sind. Im 18. Jahrhundert wurde jedoch in der Neuhauser jüdischen Schule auch die deutsche Schrift und Sprache unterrichtet, was daraus her- 45 227