Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 236)
- Language
- German
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Gemeinde amtierenden R^bbinerii nur die Namen derjenigen, derein zufällig in den Akten der beiden Neuhauser Archive Erwähnung geschieht. Im Jahre 1668 'bekleidete Samuel Aron, ein Urenkel des Glasermeisters Adam, das Amt des Rabbiners in Neuhaus.117 Es ist beachtenswert, daß schon damals die 4 bis 6 jüdischen Familien sich einen Rabbiner hielten. Es scheint jedoch, daß er dieses Amt als Ehrenamt versah, da er seinen Lebensunterhalt durch den Handel mit verschiedenen Waren erwarb. In Gesellschaft mit seinem Schwiegersohn David und mit Mojses Neuhaus (Feith) betrieb er einen Handel in Mähren, wo er ein Warenlager unterhielt. Im Jahre 1662 brachte der Prager Jude Hirsehl Cantor bei der Statthaltern in Prag eine Klage gegen ihn ein wegen der Bezahlung von 799 Gulden, die Hirschl dem Samuel Aron auf 3 Wechselbriefen geliehen hatte. Es kam jedoch bei dem Prager „Obristen Rabiener Raby Simon" (Aron Simon Spira) ein Vergleich zustande, demzufolge Samuel Aron von der Gesamtschuld den Betrag von 334 Gulden in 8 Halbjahresraten begleichen sollte.118 Er bezahlte jedoch bloß 183 Fl 30 x, während er den Restbetrag von 150 Fl 30 x bis zum Jahre 1674 schuldig blieb. In diesem Jahre reklamierte die Witwe des inzwischen verstorbenen Hirschl Cantor die Bezahlung der Restschuld bei der Neuhauser Obrigkeit, indem sie verlangte, daß Samuel Aron in den Schuldarrest genommen werde, bis er den Betrag bezahlt habe. Samuel Aron überreichte hierauf eine Bittschrift an den Neuhauser Hauptmann Ruth v. Ruthenstein, worin er ausführte, daß er die Restschuld deshalb nicht begleichen konnte, weil er nach Ausbruch des Türkenkrieges (1. Türkenkrieg 1662—1664) nicht aus dem Hause kommen konnte, um „seine Nahrung zu suchen". Auch sei ihm das Warenlager in Mähren im Werte von einigen hundert Gulden geplündert worden, nachdem die Leute vor den Türken aus ihren Häusern geflüchtet waren. In Neuhaus und in Täbor sei er ebenfalls um 200 Fl gekommen, so daß er in die größte Not geraten sei. Er könne daher den Betrag nicht auf einmal bezahlen, wie es die Witwe Hirschl verlangt, er bitte vielmehr um „leidliche Termine", damit er die Schuld seiner Notlage entsprechend nach und nach abzahlen kann. Eines Rabbiners in Neuhaus geschieht auch im Jahre 1775 Erwähnung, der in einem christlichen Hause wohnte, doch „separiert von denen Christen.119 Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war Neuhaus der Sitz des Kreisrabbinates des Beehiner Kreises, welches bis dahin in Täbor sich befunden hatte. Als Kreisrabbiner fungierte R. Abraham Fischmann — Liebschütz. Derselbe stammte aus Liebschütz (bei Saaz), war im Jahre 1767 Instruktor bei dem Landesdeputierten des Znaimer Kreises und Judenrichter in Fulitz in Mähren Isaac Landesmann.120 226 44