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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 235

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 235)
Language
German
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einzelner Fall bekannt, wo die Neuhauser Judensohaft um 1740 gegen den Judenrichter Miehl Winternitiz eine Besehwerde an die Obrigkeit über „unzuläßliche Exactioner der gestalten in allerley gaaben und deren anlagen gesteigert wurden" einbrachten. Als Judenrichter werden in den Urkunden genannt: Adam Glas 1568 bis 1607, dessen Sohn Lazar und Marcus bis ca. 1650, Samuel Perl (1668 zidovsky rycJitär zdejsi), Samuel Aron um 1682, Josef Winternitz zirka 1685 bis 1716, dessen Sohn Michl Winternitz 'bis ca. 1748, Josef Harth bis ca. 1765, Jakob Abraham Harth bis 1770, Samuel Bobele bis 1800 und Low Bobele bis ca. 1840. 2. Gemeindeinstitutionen. a) Sy-nagoge. Von den Gemeindeinstitutionen sei zuerst die Synagoge erwähnt. Bis ins 18. Jahrhundert mag es eine bloße Betstube in einem der Judenhäuser gewesen sein, wo die Neuhauser Juden ihre Andacht vernichteten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird bereits von einer Schule oder einem Bethause gesprochen, das ein besonderes Gebäude bildete. Um 1770 wurde die Synagoge „auf dem alten Platze" neuerbaut, „•zu wegen desto bequemeren Erbauung" Isaac Bo'bele „von dem erkauften Konischen (Kohnisehen?) Haus eine ganze Klafter Platz abgetreten und cediert hatte". Noch im Jahre 1826 besaß die Neuhauser jüdische Gemeinde laut Bericht des Neuhauser Magistrates an das Kreisgericht in Täbor vom 21. Oktober dieses Jahres115 ein im Jahre 1773 in hebTäischer Sprache geschriebenes, von dem Landesdeputierten Joachim Edlen von Popper, dem LandesrabbLner und dem Kreisrabbiner Low Raschwitz unterfertigtes Register der Reihenf olge der Synagogensitze. Demnach gehörten die Sitze rechts vom Aron Hakaudesch Nr. 1 dem Isaac Bobele, Nr. 2 dem Elias Stern, links Nr. 1 dem Samuel Bobele, Nr. 2 dem Moyses Kohn, Nr. 3 dem Jakob Wottitz und Nr. 4 dem Jakob Wiener. Am 8. Juni 1787 wurde die Synagoge vom Magistrate geschlossen und versiegelt, weil die Juden in der Entrichtung der Kontribution im Rückstände waren, und ist erst am 12. September „vermög circulari bey allhießigen Judten die Sperre an widerum eröffnet worden".110 Nach dem großen Brande des Jahres 1801, dem auch die Synagoge zum Opfer fiel, wurde dieselbe neuerdings aufgebaut und bestand wahrscheinlich unverändert bis zum Jahre 1867, wo sie renoviert und durch einen Zubau vergrößert wurde. b) R a b b i n a t. Da sämtliche Protokolle und Schriftstücke der Neuhauser jüdischen Gemeinde bis in die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts verloren gegangen sind, so erfahren wir von den in dieser 43 225

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