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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 218

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 218)
Language
German
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„gute Harmonie zwischen der Handel betreibenden Judensehaft und den Bürgern der Stadt Neuhaus wie von undenklichen Zeiten wieder einfallen". Damit jedoch auch allen für die Zukunft sich eventuell ergebenden Differenzen und Streitigkeiten vorgebeugt werde, erklärten sich die Juden bereit, das an der engsten Stelle der Pfarrgasse stehende Haus Nr. 94 des Schuhmachers Johann Kadecky um den Preis von 230 Fr zu kaufen und niederreißen zu lassen, wodurch die bequeme Durchfahrt der Frachtwagen ermöglicht und zur Verschönerung der Gasse „ohne jemandes mündesfcen Nachtheil" beigetragen werden wird. So wurde der Streitfall beigelegt. Wie bereits oben erwähnt, hatte sich der greise und kranke Isaac Bobele um das Jahr 1790 von den Geschäften zurückgezogen, welche dann von dessen jüngerer zweitem Frau Anna mit männlicher Energie und Umsicht weitergeführt wurden. Bereits im Jahre 1790 hatte sie mit dem Branntweinhauspächter Elias Stern und einigen anderen Teilnehmern die „Anna Bobele'sche Lieferungs-Compagnie" gegründet, welche Ausrüstungsgegenstände', Korn, Heu usw. fürs Militär lieferte. Doch wurde dieselbe schon nach kurzer Zeit wegen Differenzen, die unter den Teilnehmern entstanden waren, liquidiert. Am 16. Feber 1792 beschwert sie sieh beim Magistrat, daß Herr Vanis (wahrscheinlich ein Funktionär der Vereinigung [Zunft] der Kanfleute) sie vom Einkaufe des Getreides, das sie zur Lieferung an die in Neilhaus stationierten Grenadiere, so wie auch für anderes Militär an den Neuhauser Woehenmärkten einkaufen wolle, ausgeschlossen habe.100 Im Jahre 1799 wurde sie Pächterin des Neuhäuser obrigkeitlichen Branntweinhauses, welches in den Jahren 1766 bis 1785 Pinkas Wolf und 1785 bis 1793 Elias Stern samt Frau Franzi in Pacht hatten. Pinkas Wolf war laut einem Berichte des Oberamtmanns Ambroz an den Grafen ein wohlhabender Mann, der in Pilsen ein schönes Haus, das Haus „Beym rothen Hertz", besaß. Trotzdem ihm als Bestandjuden jeder Handelsbetrieb in Neuhaus verboten war, betrieb er dennoch einen Engroshandel mit Leinwand, Baumwollwaren und Pfundleder und verkaufte Zucker und Kaffee en detail.101 Im November 1770 machte er „allerhöchster Orths" ein Angebot von 10.000 Gulden als „jährliches Pacht quanto des armen Leüthen aufschlages", weshalb er im Auftrag des Landesguberniums vom Kreisamte in Täbor verständigt wurde, daß er zu der am 6. Dezember in Prag stattfindenden „Lizitation" erscheinen möge. Er ließ sich auch daselbst durch einen Bevollmächtigten vertreten, doch scheint es, daß ihm die Pacht nicht zugeschlagen wurde. Als Kuriosum sei hier erwähnt, daß der Branjitweinhauspächter Elias Stern in einer Eingabe an den Grafen, worin er über schlechten Geschäftsgang klagt und um mancherlei Begünstigungen bittet, als eine der Ursachen des schwachen 208 26

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