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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 202

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 202)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644307--1661-2646005
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gehen mögen. Der Magistrat wird daher beauftragt, eine Konsignation anzulegen, wie viele Gewölbe die Juden in Miete genommen, wer dies erlaubt bat, wie lange sie die Gewölbe benützen, wieviel sie den Bürgern an Mietzins bezahlen und welche Waren sie in denselben abgelagert haben. Diese Konsignation sei dem Oberamte ehebaldigst vorzulegen. Die weiteren Verfügungen werden dem Magistrate nächstens zukommen."87 Gegen die Niederlagen der fremden Juden in Neuhauser Bürgerhäusern hatten auch die Neuhauser Juden selbst in einer Bittschrift den Schutz des Grafen angerufen, der ihnen folgenden Bescheid de dato Prag, den 1. Juni 1746 zukommen ließ: „Denen Supplicanten zum Bescheidt, wie ich in Anbetracht ihres guten Verhaltens und bisher geleisteten richtigen Zahlung die Verordnung an mein Ambt Bereits erlassen hätte, sie Bey ihren Zulässigen Handel zu schützen und die Beeinträchtigung von frembten Juden außer denen Jahrmärkten abzustellen."88 Die Juden mußten ihre Läden räumen. Doch dem Jakob Röhn wurden, wie aus einem Bericht des Neuhauser Oberamtes an das Bechiner Kreisamt in Tabor vom 16. September 1764 ersichtlich ist, die beiden Läden bis zum Umbau des gekauften Hauses gelassen. Von den anderen Neuhauser Juden heißt es in diesem Berichte, daß sie ihre Kramläden nur „in den Märkten" aufstellen und Handel treiben „mit weißer und gestreifter Hausleinwand, Zwillich, wollenen Tüchern und Pley, Juchten, Wolle und Federn und von Prag aus beyschaffenden Specerey und zwar nur in ihren Häusern, deren 4 in und 1 außerhalb der Stadt sich befinden". Um das Jahr 1760 wurde die Neuhauser Judenschaft durch einen neuen Bestandjuden vermehrt. Es war dies der älteste Sohn des Abraham Schwab-Bobele, Isaac, welcher der Neuhauser christlichen Kaufmannschaft viel zu schaffen machte. Einige reiche Juden nämlich, mit Isak Popper an der Spitze, gründen um diese Zeit in Prag die „Jüdische Badaschen (Pottaschen) Pachtungs-Compagnie", welche die Pottascheerzeugung in den herrschaftliehen Flußsiedereien pachtete und die Produkte teils exportierte, teils im Inlande absetzte. Isaac Bobele wurde mit der Leitung der Neuhauser Pottascheniederlage betraut, worauf er mit seiner Familie aus Öernowitz nach Neuhaus übersiedelte. Im Jahre 1764 pachteten die Juden Löbl Hönig, Baruch et Compagnie das Tabakgefälle (Tabakverschleiß) in den Ländern der böhmischen Krone, Unter- und Oberösterreich mit dem Rechte, in allen Städten jüdische Verleger zu setzen, und zwar in königlichen Städten je zwei, in anderen Orten einen. Im selben Jahre bat der Neuhauser Judenrichter Abraham Jakob Hart den Grafen Ozernin um die Erlaubnis, den Laden im Hause des Bürgers Ignatz Trexler in der Pragerstraße mieten und darin den Tabakhandel betreiben zu dürfen, „nachdem zufolge ergangenen K. K. Patentes den Juden in allen Städten den Tabakhandel ungehindert zu betreiben 192 10

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