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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 196

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 196)
Language
German
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der Erklärung, daß er den Tabakhandel lieber einem Christlichen Bürger ohne „Prophit", als einem Juden mit Nutzen verpachten wolle.™ Nur der Familie Winternitz war Fortuna weniger günstig. Wolf Winfcernitz war 1717 wegen Verschuldung aus Neuhaus geflüchtet, dessen Bruder Jakob, der das Haus des geflüchteten samt darauf lastenden Schulden übernahm, starb 1746 und hinterließ seine Witwe und Kinder in Armut, da auf dem Hause eine Schuld von 2000 Fr an das obrigkeitliche Rentamt und eine solche von 200 Fr an die Stadt an Steuerrückständen lastete. Der dritte Bruder Michl Winternitz führte in zwei Läden im eigenen Hause großen Handel. Im Jahre 1720 kam er jedoch bei einer Feuersbrunst um Hab und Gut und seit der Zeit war er stark verschuldet. Als infolge des Ausweasuingsediktes vom 18. Dezember 1744 die Juden im Winter 1745 Prag verließen, kamen eine Anzahl dieser unglücklichen Emigranten, Männer, Frauen und Kinder auch nach Neuhaus, wo sie in der Naservorstadt teils mit, teils ohne Bewilligung der Obrigkeit sich aufhielten. Als laut kaiserl. Reskript vom 20. Juni 1746 die inzwischen aus verschiedenen dringenden Anlässen «zum vorübergehenden Aufenthalte in Prag zugelassenen Prager Juden wieder ausgewiesen wurden,70 brachte die Frau des Primators der Prager Judenschaft (Prägern Juden Primatoris eheweib) Rosina Duschenes persönlich die Bitte um die Erlaubnis zum Aufenthalte in Neuhaus oder in einer der Neuhauser Vorstädte vor. In einer Zuschrift des Kreisamtes an den Neuhauser Hauptmann vom 11. Juli 1746 wird mitgeteilt, daß die Kreishauptleute ihr den Aufenthalt in Neuhaus bewilligt haben und zugleich der Befehl erteilt, dieser jüdischen Emigrantin allen hochobrigkeitlichen Schutz angedeihen zu lassen.71 Ihr folgten dann ihr Gemahl Abraham Duschenes, Apotheker Michl Löbl Jeiteles, Simon Löbl Khue und David Wolf Liebtenstadt, welche Procop Adalbert Graf Ozerain gegen ein „mit Ihnen pactiertes jährliches Schutzgeld" von 20 Gulden rh. für jede Familie als „Stadtschutzjuden" aufnahm mit der Berechtigung, in der Stadt zu wohnen, auf die Märkte zu fahren und in der Neuhauser Herrschaft Handel zu treiben, „in so lange die von allerhöchsten Gehörde (sie!) allergnädigst statuierte Emigration zum geziehlten Effekt nicht gelangen würde", doch „ohne mündesten Eintrag sowohl Meiner Stadt NeuhauseT incolierten bürgerlichen Christen und jüdischen Oontribuenten". Abraham Duschenes und M. L. Jeiteles gehörten als Gemeindeälteste (Gemeindevorsteher) zu den angesehensten Männern Prags, die als die letzten Prag verließen.72 Jeiteles, der das Haus des Anton Göbler in der Vorstadt gemietet hatte, scheint in Neuhaus Monturen fürs Militär angefertigt und geliefert zu haben, was daraus her- 186 4

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