Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 195)
- Language
- German
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Auch der jüdische Transithandel durch Neuhaus nahm um diese Zeit einen lebhaften Aufschwung. Jüdische Händler führten Kolonialwaren und ungarischen Hanf aus Wien nach Prag durch Neuhaus, wo sie oft mit ihren Wagenladungen im Gasthaus „zum weißen Rößl" in der Waigervorstadt übernachteten. Im Jahre 1720 lieferte der Jude Samuel Isak aus Göding dem Neuhauser Wirts chaftsamte 7 Prager Zentner 65 Pfund ungarischen gebrechelten Hanf ä 13 Gulden rh. per Zentner, der Jude Isak Winternitz aus Driesch (Triesch in Mähren) lieferte 2 Prager Zentner ä 15 Gulden und der Neuhauser Jude Michel Winternitz (1726) 11 Zentner für 177 Gulden rh. Ein lebhafter Verkehr entwickelte sich auch auf den Neuhauser Jahrmärkten, wo auch fremde Juden ihre eingeführte Ware feilboten oder hier gekaufte Waren ausführten. So wurde vom 1. Juli bis 31. Dezember 1716 von einheimischen und fremden Juden an Marktgebühren „wegen allerlei in der Stadt Neuhauß überbringenden als auch allhier eingekauft und hinweckführenden wahren das davon abzustatten kommende % Gento" eingehe ben: Am Neüstädter-] ........18 Fr 20 x „ Waiger- [ Thor........3 „ 24 „ „ Naser- J ........13 „ 1 „ Summa . . . 34 Fr 45 x Im Jahre 1726 wurden in der ersten Jahreshälfte 19 Fr 53 x, in der zweiten 28 Fr 43 x, zusa-mmen 48 Fr 36 x ausgewiesen. Um die Mitte des XVHI. Jahrhunderts erfreuten sich die Neuhauser Juden eines relativen Wohlstandes. Von dem aus Öttingen in Schwaben stammenden Abraham Samson, genannt Abraham Schwab, auch Schwobach, der später den Familiennamen Bobele (Paupele, Paubele, Boberle) führte, heißt es in der Konskriptionsliste von 1723 „ist Bey schlechten Mitteln". Im Jahre 1748 konnte er sich als wohlhabender Mann ins Privatleben zurückziehen, indem er seine beiden Häuschen „samt Nahrungsberechtigkeit" seinem jüngeren Sohne Samuel Bobele abtrat. Einen ausgedehnten Handel trieb Josef Harth, der im Jahre 1743 mit Michl Winternitz und 'zwei christlichen Kaufleuten den Tabakverlag in Neuhaus um 560 Fr jährlich in Pacht nahm. Doch schon im f olgenden Jahre wurde im Stadtrat der Antrag gestellt, den Juden den Tabakverschleiß zu entziehen. Michl Winternitz, der seinem Tabakvorrat nach der Entziehung der Lizenz ausverkaufte, wurde mit einer Strafe von 77 Fr 20 x belegt, „weillen er wider den Verboth mit Tabak gehandelt".*8 Im Jahre 1747 machte Josef Harth dem Stadtrat ein Angebot von jährlich 600 Fr für die Verpachtung des „Tabak Relutums". Doch der Stadtrat bot es dem christlichen Kaufmann Mayeriechner an mit 3 185