Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 171)
- Language
- German
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sondern verkauffen selbe ein dem andern nach aigenen Willen wider den Landtagschluß de a° 1650. 10°. Gleichens erstatten sie keine Zinsen für die Obbrigkeit und keine Contribution zu dem Lande, dann sie viel hundert fl. restiren. Hingegen mues die christliche Gemein ein und anders auch statt ihrer abführen. 11°. Wann einige Einquartirung oder Execution vorkombt, wird die gantze Einquartirung und Execution denen Christen in die Heußer eingelegt, die Juden 8eind aber derselben überhoben und haben noch zu Gewinn, daß sie alles erkauffen, was etwa denen Christen entfremdet wird. 12°. Zu Erhalt- und Reparirung der Stadt Mauren, Thor, Wallen geben sie nichts, sondern mues alles die christliche Gemein versehen; hingegen hat die christliche Gemein keinen Gewaldt einen Juden auch etwas ihme unzustehendes zu verwehren. 13°. Das Pflaster vor ihren Heußern thuen sie nicht repariren, darauf die größte Unsauberkeit in der Stadt entstehet, welche vor ihren Heußern zu eines jeden Grewel ligt. 14°. Es sein nunmehro öffters Fewerbrunsten bey denen Juden entstanden, also daß einmahls der dritte Theil der Stadt abgebrunnen, das Closter sambt Klockhen und Uhr zunicht kommen, die Pfarr Schaden gelitten, also daß von selben Fe wer noch gantze Gassen oedt liegen; und ist von ihnen keine Refusion zu erlangen. 15°. Das Brandtwembrennen ist ein bürgerliches Gewerb, das hat ihnen nie zugestanden, bies einsmahls ein eintziger Jud es von Herrn Maximiliano von Kaunicz zuwegen gebracht, daß ihme allein erlaubt worden, Brandtwein zu brennen. Nunmehro aber gehet es über und über, und brennen und schänkhen alle, und die christliche Gemein mues darzue still schweigen, weill die Herrschafft davon den Bestand nimbt, und also diesen Nutzen an sich ziehet. 16°. Den Juden ist vor Zeiten nicht zugestanden, das Fleisch zu haken, sondern denen Christen, davon sie auch gewissen Zins der Herrschafft abstatten; anjetzo seind in die 30 Juden, die das Fleisch haken und die christliche Zech, die Fleischhakher, müssen mit ihren Gewerb innenstehen und zuschawen; die Herrschafft nimbt aber ein Weeg als dem andern den Zins von diesen und jeden. Und denique ist kein Handtwerkh bey der Stadt, von Schneidern, Schustern, Lederern und andern, welches die Juden nicht üben und denen Christen also überlegen sein, daß sich kein christlicher Handtwerksmann mehr ernehren kann, und gehen alle Zechen zugrund, auch hundert andere Beschwärnussen geschweigend. Wie nun dieß auf keine Weyß zu leuden sondern dermahlen zu unterbrechen ist, und so viel die personas der Juden anbelangt, Ihro kay. und königl. May. allbereifcs den 11. Januarid des 1673 Jahns allergnädigst resolvirt haben, daß auch zu ermehlten Ungarischen Brod und wo die Juden theils gar nit theils ultra numerum nicht gewesen, dem Landtagschlues de A° 1G50 gemäß abgeschafft werden sollen, Nr. 44, und der Stadt Brod wegen dieser großen Laesion billich alle Refusion geschehen solle, — als bittet die betränkte christliche Gemein, erstlich umb die baldigste Restitution aller dero selben umbsonst entnohmen- und denen Juden eingeraumbten Heußern, und was etwa die Judenschaft nach ordentlichen Raittung von Zinsen, Contributionen und sonsten quocunque modo schuldig ist, die Satisfaction nebst deren Abschaffung. Nachdem nun forderist die Juden in die Stadt seind eingeführt worden und mit ihnen gekhommen als wie ein Binnenschwarm allerley oben bedeute Beträngnussen, ist auch erfolgt in specie. Beilage IL 1616, März 17. Vertrag zwischen der Stadt und den Juden in Ungarisch-Brod. Leta pdne 1616, ve ctvrtek po nedSli Laetare, na zämku BrodS Uherskem v pritomnosti urozen^ch pdnüv, pana Menharta Eczdorffa z Eczdorffu a na dorne* v meste Brodö Uherskem, pana Adama Jiriho z Zästrizl a na dorne" v t^mz mestö a «lovutn6ho p. Petra Uhra mestenina mesta Brodu Uherskeho, toho öasu aurednika na Brodö Uh., tolikei za aufadu a Starsich p. Urbana Strumenskyho prymatora, Symeona Danyelowa, Väclava Krzekovskyho, Viktoryna Gerzabka, Mikulase Messkerze, Mikulase Sswicha, Danyele Prokopowa, Jana Zeleneho, Martina 160 54