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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 159

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 159)
Language
German
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zu Graf Eleshazy zurückkehren dürfe, „dem du derzeit noch dienst4', daß er ihm seine Mühe und seine Reisekosten vergelten wolle, schließt dann aber mit der Drohung: „Solltest du aber wider Verhoffen einige Ausred einwenden und nicht zu rechter Zeit erscheinen, wardurch ich an meiner gerechten Sach Gefahr leidete, alsdann versichere, dich wegen des Ungehorsamb abzustrafen und dich beim Herrn Grafen Eleshazy nicht länger dienen lassen. Dann, wiewohl du getauft bist, so verbleibest du doch mein Unterthan wie vor, und Herr Graf müßte dich nach unsern mährischen Rechten, weil er ein Mährer und begüttert im Lande ist, mir herausgeben". — Georg Christian hat dann auch ganz im Sinne des Grafen seine Aussagen erstattet.09 Inzwischen nahte das jüdische Osterfest des Jahres 1653. Diese Gelegenheit benützten die Juden und baten am 28. März den Landeshauptmann, da sie „unserm Gesatz und Gewohnheit gemäß ... ein absonderlich gebacknes Brodt genießen müssen", und sie überdies „nach und nach" schon an die drei Jahre „in unterschiedliche harte Arrest sitzen", sie gegen Kaution und auf Wiederstellung wenigstens für die Feiertage frei zu lassen. Zugleich beschweren sie sich über eine neue sie schwer treffende Verfügung des Grafen, der von ihnen Mautgeld verlange, während es doch allgemein üblich sei, daß Untertanen auf der Herrschaft, zu der sie gehören, nichts zu zahlen haben. Der Appell wegen kurzer Freilassung scheint einigermaßen gewirkt zu haben. Denn vom 9. April ist ein Zettelchen erhalten, wonach 1. von Austerlitz nach U.-Brod entlassen wurden: Abraham Bramow, Markus Gircharz, Salomon Asconius, Salomon Baruch, Jakob Ochs und Josef Elias (6); 2. in Austerlitz gefangen blieben: Moses Samson, Isak Maly, Salomon Foltin, Isak Foltin, Isak Aron und Salomon Schneider (6); 3. ganz aus dem Gefängnis entlassen wurden: Jonas Pirschenk und Mandl Kramer von Nikolsburg (2). Wenn hierin wirklich ein langsames Einlenken Leo Wilhelms zu sehen sein sollte, dann mag das persönliche Verhältnis zwischen ihm und dem Landeshauptmann Graf Rottal einigermaßen mitgespielt haben. Kaunitz kam eben damals zum klaren Bewußtsein, daß, worauf hier schon früher hingewiesen wurde, ihm der Landeshauptmann in dem Prozeß mit den Juden entgegenwirke. Er wandte sich daher an den Fürsten Maximilian von Dietrichstein-Nikolsburg, seinen Schwiegervater, um Vermittlung. Er erhielt denn auch von diesem am 25. April ein ausführliches Schreiben in dieser Sache mit inliegendem „Recommandations-Briefl" an Rottal, „wegen der Broder Juden, wie es der Herr Graf an mich begehrt hat", mit dem Wunsche „allen gueten Effects". Unter den höchsten Lobsprüchen auf den Landeshauptmann 148 42

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