Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 147)
- Language
- German
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Erfolg zu sehen war, da derartige Beschwerden auch unmittelbar zurückgewiesen werden konnten, was dann ein weiteres Klagerecht ausschloß. Durch die mährische Landeshauptmannschaft, die treibende Kraft in der ganzen Angelegenheit, erhielt der Graf Kenntnis davon. Er versuchte es zunächst mit einer sogenannten Interims-Verantwortung. Unter Berufung auf mährische Landtagsschlüsse, wie er selber ' sagt, vom Jahre 1575 und 1604, womit aber in Wirklichkeit die Landesordnungen dieser Jahre gemeint sind, sowie auf kaiserliche Deklarationen wies er auf die Ungültigkeit der Klage bin, weil darin weder die klagenden Judenältesten noch der Advokat, der das Schriftstück verfaßt hatte, mit ihren Namen ausdrücklich genannt waren. Was die Klagepunkte selbst anlangte, so bezeichnete er die meisten als erfunden und falsch, oder die von ihm, beziehungsweise seinem Pfleger in U.-Brod verfügten Strafen für notwendig und nach dem Rechte zulässig. Allein die Landeshauptmannschaft gab sich damit nicht zufrieden, sondern verlangte am 7. März eine genaue Beantwortung der Klage „von Punkten zu Punkten", wie sie sich ausdrückte. Zugleich ließ sie eine Konsignation der eingesperrten Juden anfertigen. Es waren: der Richter Markus Pinkus G), die drei Ältesten Mojsis Abraham (-), Joseph Elias (24) und der Kleine Isak (21), ferner Israel Sklenarz (n), Solomon Baroch (18), Salomon Faltin (-), Mojsis Schamsche (-), Jakob Ox (-) und Abraham Mojsis («), zusammen 9 Männer.54 An Frauen: Lida des Kolman Abraham, im 7. Monat schwanger (2), Marina de3 Josef Markus, im 9. (20), Dorota Foltin, deren Niederkunft unmittelbar bevorstand (29)> Anna des Abraham Mautner, im 8. (7), Lida des Markus Jircharz, 3^4 Wochen nach der Niederkunft (3), alle seit acht Wochen in Haft. Dann noch Salomina Haskones (-), Marka Foelix (-), Abrahama Krziwohuby (-), Arona Mojsis (10), Herschle Kone (-) und Jonasse Lewky (16), zusammen 11 Frauen. Die Aufforderung der Landeshauptmannschaft beantwortete schon am 9. März der gräflich Kaunitzische Hauptmann oder Pfleger Conrad Christoph von Arzatt mit der ausdrücklichen Versicherung: „bei meinen adelichen Ehren und Glauben, daß es nicht änderst". Er beschränkt sich übrigens nur auf die Erklärung einiger weniger von den insgesamt 14 Punkten. 1. Punkt 8, die Maut betreffend. — Acht Jahre hätte diese der Jude Jakob Selenka innegehabt und den Pachtschilling auch stets ehrlich bezahlt. Als aber die Judengemeinde die Maut für sich verlangte, habe Selenka der Herrschaft um 50 Gulden mehr angeboten. „Können also die Judengemein von keinem Kreuzer sagen, daß sie Schaden gehabt und dazu gezwungen worden, dann sie die Maut nicht gehalten." Der Widerspruch dürfte sich vielleicht dadurch erklären, daß sich wegen 136 30