Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 133)
- Language
- German
- Belongs to
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n. Zu St. Wenzel: dieselben vier Rubriken wie oben 443 fl., 20 kr- Zusammen 886 fl., 40 kr. m. Zu St. Wenzel „von Erwählung des jüdischen Raths"..... 16 fl., 20 kr. IV. Für das Weiden von jeder Melkkuh wöchentlich...... 14 kr. V. Für das Weiden der Schafe, je 10 für eine Kuh gerechnet, wöchentlich........ 14 kr. VI. Für Gänse, Indiane und Hühner haben sie gezahlt, „wie under den Leuten sonsten des Jahrs der gemeine Kauf gewest". VII. Für ihnen zugetriebene Schafe, „welche zur Auswinterung nit tüchtig gewest..welche sie ohne Widerwillen ausgenohmen", nach Schätzung jedes einzelnen Tieres.86 Somit scheinen noch 1638 und vielleicht einige Jahre darüber, was die Zinsungen und sonstigen Abgaben der Juden an die Grundherrschaft anlangt, ganz geregelte Verhältnisse geherrscht und die Juden zu Beschwerden wegen Rückständigkeit im Zins, unpünktlicher Zahlung und ähnlicher Vorkommnisse keinerlei Anlaß gegeben zu haben. Anfang der vierziger Jahre geriet dann Mähren in den furchtbaren Schwedenkrieg hinein.87 Ein einheimischer Bericht aus dem Jahre 1666, speziell über das Schicksal der Stadt U.-Brod lautet: „Im Jahre 1643 schickte nach der Einnahme von Kremsier der schwedische General Torstenson 3000 Reiter unter dem Obersten Peter Anderson nach Brod. Da sich hier kein Soldat und keine Waffen befanden, waren die Bürger gezwungen, die Stadt zu übergeben und die Verhinderung von Plünderung und Niederbrennung der Stadt mit Geld zu erkaufen. Als dann der Feind von hier weiterzog, schleppte er noch 400 Wagen mit verschiedenen Waren, Getreide, Bier, Wein und anderer Beute belastet mit sich fort. Denn die Stadt war damals voll mit Menschen, die aus der Umgebung hierher geflohen waren, um Schutz zu finden, da sie die unerwartete Besetzung und Übergabe der Stadt nicht hatten voraussehen können. Zum Schluß warf der Feind beim Abmarsch noch Feuer in die Stadt, so daß der Hof, das Kloster, das Schloß, die Brauerei, die Scheunen, die Landhäuser (villae), die Pfarrkirche und viele Häuser in einem Winkel der Stadt (in quodam civitatis angulo) von Grund aus verbrannten. Der 122 16