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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 124

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 124)
Language
German
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IRI
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geklärt und gesichert, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Allein wenige Jahre darnach brach der böhmisch-mährische Aufstand gegen die Habsburger aus. Kaiser Ferdinand II. wurde wie als König von Böhmen so als Markgraf von Mähren abgesetzt und der fremde unfähige Friedrich von der Pfalz, der „Winterkönig" gewählt und am 4. November 1619 in Prag gekrönt. Genau ein Jahr später, in der Schlacht am Weißen Berge am 8. November 1620 brach seine Scheinherrschaft zusammen und über seine Anhänger, in erster Linie den böhmischen und mährischen Adel entlud sich ein furchtbares Strafgericht. Ein Umsturz in religiöser, politischer und wirtschaftlicher Beziehung begann, wie er folgenschwerer und tiefgreifender in beiden Ländern seit den Hussitenkriegen nicht geherrscht hatte. Friedrich von Kaunitz, der Herr von U.-Brod, hatte zur Partei der Aufständischen gehört, verlor alles, kam als Gefangener auf den Spielberg, wurde zum Tode verurteilt und ihm nur gnadenweise das Leben geschenkt. Ein allerdings sehr schwacher Hinweis findet sich dafür, daß die Juden von U.-Brod mit der Politik ihres Grundherrn nicht ganz übereingestimmt hätten. Nach der Schlacht, am 11. Dezember 1620, als die Aufständischen ihre letzten Kräfte sammelten und auch Geld nehmen mußten, wo sie es fanden, schrieb der mährische Landeshauptmann Welen von Zierotin, das Haupt der Habsburg feindlichen Partei, an Friedrich von Kaunitz nach U.-Brod: „Ich erfahre, daß der Jude Isak in U.-Brod eine nicht unbedeutende Summe Geldes bei sich hat. Und da ich dazu bestimmte und begründete Ursachen habe, befehle ich Euch als Landeshauptmann und auch persönlich, daß Ihr diesen Juden mitsamt dem Geld, ob er es in seinem Hause oder sonstwo verwahrt hält, mag es wem immer, ja selbst Sr. königlichen Majestät gehören, den eigens zu diesem Zwecke zu Euch gesandten Personen übergebet und hierher sendet". In den Besitz von U.-Brod kam nun Friedrichs jüngerer Bruder Maximilian, der sich — er war 1601 geboren — während der verhängnisvollen Jahre zu Studienzwecken in Paris aufgehalten und an den gegen die Habsburger gerichteten Bewegungen keinen Anteil gehabt hatte.16 Daß er Kalvinist war, erschien damals, im Jahre 1621, als er das brüderliche Erbe übernahm, noch nicht als Hindernis in Mähren zu leben. Die Schwierigkeiten erhoben sich von anderer Seite. Mit den Aufständischen in Böhmen und Mähren hatte der Fürst Bethlen Gabor von Siebenbürgen in Verbindung gestanden, der jetzt mit seinem Heere an die ungarisch-mährische Grenze eilte, um in Österreich einzudringen. Die vom kaiserlichen General Bucquoy verteidigte Festung Neuhäusel, nördlich der Donau an der Neutra gelegen, schien das letzte Hindernis 7 113

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