Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 89)
- Language
- German
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los eine Zufügung aus späterer Zeit, so daß sie heute für uns nicht in Frage kommt. Das unter der Signatur 14/R im Archiv des Innenministeriums bewahrte Aktenstück aus dem Jahre 1642 spricht von „Kirchenvätern deT alten Neuen Schur4.86 In den Responsen des Rabbi Jair Ohaim Bachrach (lebte von 1628 bis 1702) lesen wir, daß sein Vater einen Sitz an der Südwand nahe der Bundeslade in der sogenannten Altneusynagoge in Prag hatte.87 In der erwähnten Handschrift, welche Schuldbriefe und Eintragungen von Häuserkäufen und -Verkäufen im Präger Ghetto enthält,88 begegnen wir dieser Bezeichnung der Prager Synagoge zum ersten Male im Jahre 1634. Aus diesem Jahre ist hier eine Nachricht, daß „Gutkind Gans, Jude... einen Teil des Hauses zwischen den Häusern des Enoch Winternitz ... in der Judengasse ... hinter der Alten Neuen Schul gelegen . . . gekauft hat".80 Eine andere Nachricht teilt mit, daß Rabbi Joachim Prostiegowsky zwei, Teile des Eckhauses neben dem Hause Mayer Epsteins gegenüber der Alten Neuen Schule (proti Stare Nov6 Skole zidovske), welches, im Liber jud. albus Fol. 239 am 22. Oktober 1635 eingeschrieben90 ist, gekauft hat. Hier auf Fol. 239 finden wir dann dasselbe Haus mit dem bloßen Vermerk „das Eckhaus neben dem Hause Mayer Epsteins". Im 2. Bande derselben Handschrift91 spricht eine vom 7. September 1671 datierte Naohrieht von einem Hause „.... an der Ecke der alten Neuen Schule ..." Aus den angeführten Beispielen geht hervor, daß die Synagoge „altneu" — eigentlich „Alte Neue Schul" — schon im Jahre 1602 genannt wurde. Bis zu dieser Zeit wurde immer nur von einer alten und einer neuen Synagoge gesprochen. „Alte Neuschul",92 fcschechiseh Starä Novä, skola, zeigt, daß der Synagoge, welche bisher die Neuschul war, jetzt nach der Erbauung einer „neuen Neusichul" das zweite Eigenschaftswort „alte" zugefügt wurde. Daß dies erst im 17. Jahrhundert geschehen ist, berechtigt zur Annahme, daß die neue Neuschul jetzt eine der damals wirklich neuen, in der Zeit Mordechai Meiseis entstandenen Synagogen genannt wurde. Welche von ihnen es war, ist heute schwer zu sagen. Der im Jahre 1599 verstorbene Isaak Wechsler gründete in den letzten Jahren seines Lebens im ersten Stockwerke «seines Hauses (C.-No. 113.-V.) eine „die Neusehul genannte Synagoge"; so lesen wir im s-cihon zitierten Prager Ghetto.93 In Gal-Ed94 wird der im Jahre 1595 verstorbene Jakob, Sohn des Arztes Isak, genannt, welcher der „Neuschul" eine Thora und Paramente geschenkt hat. Im deutschen Text H o c k s wird irrtümlicherweise statt der Neuschul die Altneusohul genannt. Ob die Neuscibul 92 80