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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 90

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 90)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644307--1549-2645893
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diese Wechslersehe Neuschul war, oder, wie S. H. Lieben meint,95 eventuell auch die Meiselsynagoge, wurde bisher nicht festgestellt. K. Lieben führt in seinen Inschriften auf den Grabsteinen des Prager alten jüdischen Friedhofes96 den im Jahre 1628 verstorbenen Abraham, Sohn des Israel, genannt Is&e-rl, welcher Vorbeter in der Neuschul und „ein guter Bote denen, die ihn in der Alten Neuschul gesandt hatten44, war. Mit der hier, wie in der vorhergehenden Nachricht angegebenen Neuschul ist hier zweifellos eine neue Synagoge aus dem Ende des 16. Jahrhunderts gemeint; welche es ist, muß vorläufig unentschieden bleiben. Bisher hielt man für die älteste Nachricht von ihr den Vermerk auf einem Thoramäntelchen aus dem Jahre 1653. Heute wissen wir, daß sie schon im Jahre 1595 bestand. Die Wechslersche Synagoge ist im Jahre 1899 mit dem ganzen Ghetto und einigen anderen Synagogen spurlos versehwunden. Wenn wir die Ergebnisse unserer Arbeit kurz zusammenfassen, so können wir sagen: Im Jahre 1124 stand irgendwo in Prag eine Synagoge, welche im Jahre 1142 abgebrannt ist. Ob schon vorher oder gleichzeitig in Prag andere Synagogen bestanden, ist nicht bekannt. Etwa im 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts wurde in der Nähe der Kirche des Hl. Geistes eine später die Altschul genannte Synagoge erbaut, von deren Gründungszeit uns ebenfalls nichts bekannt ist. Wir wissen nur, daß die Juden in ihr noch im 17. Jahrhundert die älteste, aus Stein gebaute Prager Synagoge gesehen haben. Am Anfang der Regierungszeit Pfemysl Ottokars IL, also in den sechziger Jahren des 13. Jahrhunderts wurde in Prag die heutige Altneusynagoge erbaut, welche damals zum Unterschied von jener alten Synagoge die Neue genannt wurde. In den letzten Jahren des 16. Jahrhunderts ist eine andere „neue44 Synagoge entstanden, von der die bisherige neue durch die Bezeichnung alte Neuschul, tschechisch Starä Nova skola, unterschieden wurde, woraus sehr bald die Formen Altneuschul und staronovä skola entstanden sind. Daß es dazu nicht nach einem Umbau kam, haben wir an der Architektur gezeigt; es gibt auch keine historischen Belege dafür, daß dies früher als am Anfang des 17. Jahrhunderts geschehen ist. 31 93

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