Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 88

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 88)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2644300-2644307--1547-2645891
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

der Rabbinergasse von der „neuen jüdischen Schule", welche zweifellos die heutige, in der früheren Rabbinergasse stehende Altneuschul sein muß. An einer anderen Stelle82 schreibt er: „Außer dieser Hauptstraße, welche sich vom Westen gegen Osten vom St. Valentintor bis zum Hl. Geisttor zieht, bildete das Hauptzentrum der Prager Juden ein enger Platz, dessen Mitte ihre Hauptsynagoge, damals jedoch die Neuschul genannt, eingenommen hat." Aus der Beschreibung des Ortes geht klar hervor, daß damit die heutige Altneuschul gemeint sein muß. Abigdor Karo, welcher im Jahre 1439 gestorben ist und also wahrscheinlicher Augenzeuge des Pogroms im Jahre 1389 war, schreibt in der Selicha, welche die damaligen Greueltaten schildert: „Die Wüteriche drangen ein in das alte und in das neue Bethaus", womit wahrscheinlich die Altschul in der Geistgasse und die heutige Altneuschul gemeint waren. Grüns Ansicht, daß die Altneuschul damals aus zwei Bethäusern bestand, von denen die eine alt, die andere ein mit ihr zusammenhängender Zubau war, läßt sich durch nichts beweisen. In der Bibliothek der Prager jüdischen Gemeinde befindet sich eine deutsche, mit "hebräischen Buchstaben gedruckte Übersetzung der Selichoth,83 aus deren Titelblatt hervorgeht, daß „Chanoch iSchames in der Altneuschul" der Herausgeber war und daß Söhne des Druckern Jakob Bäk in der Regierungszeit des Kaisers Ferdinand das Buch gedruckt haben. M. Steinschneider84 führt unter der Nummer 2911 die Übersetzung der Selichoth von Jakob b. Elia Levi aus Töplitz an, welche Chanoch Schames der Altneuschul im Jahre 1602 herausgegeben und Moses b. Bexalel gedruckt hat. Unter der folgenden Nummer führt er dann die zweite Ausgabe dieser Übersetzung an. Übersetzer und Herausgeber bleibt, nur der Drucker ändert sich: diesmal sind es die Söhne des Druckers Jakob Bäk; statt des Erscheinungsjahres wird die Regierungsizeit des Kaisers Ferdinand angegeben, ohne nähere Angabe, ob Ferdinand I. oder Ferdinand II. Es kann sich hier nur um die Zeit zwischen 1620—1657 handeln, was uns ja schon weniger interessiert, denn wir sehen^ daß unser Exemplar «eben die zweite Ausgabe der im Jahre 1602 «zum ersten Male erschienenen Selichoth ist, auf deren Titelblatt der Herausgeber schon als Schames der Altneuschul bezeichnet ist. Diese Feststellung ist für uns deshalb sehr wichtig, weil hier diese Bezeichnung zum ersten Male vorkommt. Die erste Ausgabe aus dem Jahre 1602 führt auch Zunz an,85 unsere zweite Ausgabe bezeichnet er als undatiert. Die in der Altneusynagoge ausgehängten Vorschriften (tekanos), welche nur die Erneuerung der von Rabbi Low im Jahre 1591 herausgegebenen sind, nennen zwar die „Altneuschul", was sie mit den Buchstaben ANiSch abkürzen (hebräisch). Diese Bezeichnung ist aber zweifel- 29 91

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.